Pia Kleber: Körpersprache ist ein großer Teil der Sprache
Shownotes
Pia Kleber machte eine Schneiderlehre, arbeitete bei Pierre Cardin in Paris und schlug ein Angebot von Coco Chanel aus, weil ihre Mutter sie kurzerhand zur Aufnahmeprüfung an der Universität der Künste in Berlin angemeldet hatte. Seit Jahrzehnten lehrt sie als Theaterprofessorin in Toronto, wurde mit dem Bundesverdienstkreuz für die deutsch-kanadische Kulturarbeit ausgezeichnet und forscht heute, mit 84, zu künstlicher Intelligenz und Theater.
Worüber wir sprechen:
- Von Pierre Cardin über Coco Chanel zur Aufnahmeprüfung in Berlin
- Wie sie mit 84 ein KI-Labor gründete, und was Tänzer*innen damit zu tun haben
- Warum Körpersprache oft mehr verrät als Worte
Hier der Link zur KI-Ausstellung in Frankfurt, den Frau Kleber erwähnt hat: https://www.schirn.de/ausstellung/the-world-through-ai/
EduCouch Spezial: Deutsch geht auf Weltreise Elf Folgen, elf Länder, elf Geschichten über die deutsche Sprache in der Welt — anlässlich der Fußball-WM 2026.
Eine Kooperation von EduCouch, dem Cornelsen Verlag und dem Goethe-Institut USA.
Das Interview führte Benjamin Heinz.
Transkript anzeigen
00:00:02: Edu-Couch.
00:00:03: Deutsch geht auf Weltreise, elf Folgen, Elfländer und elf Geschichten.
00:00:11: Wir kommen zurück auf der Edu-couch heute live oder nicht live aufgezeichnet aus dem Goethe-Institut in München.
00:00:19: Meine hervorragende Gäste ist gerade auf einer kleinen Europa Tour.
00:00:25: Frankfurt ist richtig, Kopenhagen aktuell Bayern und gleich noch Berlin.
00:00:32: Ihr Zuhause liegt aber eigentlich in Toronto, wo in diesen Tagen die Fußball-WM zu Hause ist und zu Gast ist.
00:00:40: Während sie hier bei uns in München sitzt und ihr Leben klingt ein bisschen so wie von einem Romanautor ausgedacht eine Schneiderlehre zwei Jahre bei Pierre Gardardt in Paris einen Theaterstudium in Berlin seit Jahrzehnten Professorin in Toronto Ein Bundesverdienstkreuz für die deutsch-kanadische Kulturerbeit und heute mit Vierundachtzig forscht sie auch noch zum Themen wie künstliche Intelligenz und Theater.
00:01:06: Herzlich Willkommen, dass Sie da sind, Herr Pierkleber!
00:01:09: Wir wollen sagen wir fangen mal an mit einer kleinen Einstiegsfrage.
00:01:12: Sie ist ja gerade durch gwerdecheuropa unterwegs Und wie fühlt sich es denn an wenn man in Deutschland zu Besuch ist?
00:01:19: Überraschend Ich fand... Normalerweise bin ich in Berlin oder in Bayern und hab Freunde, Verwandte.
00:01:27: Und bin im Gewirrkengreisen.
00:01:29: Dieses Mal war ich nicht das erste Mal, aber seit Jahren nicht mehr in Frankfurt.
00:01:35: Das hat mich sehr überrascht!
00:01:37: In einem Hotel hat mich jeder auf Englisch angesprochen... ...und als ich Deutsch sprach, haben sie auf englisch geantwortet.
00:01:44: Ich habe wirklich in drei Tagen dort niemanden getroffen der perfekte Deutschsprache.
00:01:50: Was mich besonders erstaunt hat, ich bin noch abend in einer Bar, in der Hotelbar gegangen.
00:01:55: Eine halbe Stunde hat mich niemand bedient und dann kam ein Kellner und sprach mich auf Französisch an.
00:02:02: Ich habe Französische geantwortet.
00:02:04: Dann sagt er wunderbar, sie sind Französin dafür kriegen Sie auch freien Wein bei uns!
00:02:09: Und das war eine überraschende Erfahrung in Frankfurt für mich.
00:02:14: Aber eigentlich auch eine schöne Erfahrung zumindest mit dem Wein, den man da aufs Haus bekommen
00:02:18: hat?
00:02:18: Als Deutscher hätte ich ihn nicht bekommen.
00:02:21: Ja, interessant!
00:02:23: Es war überraschenend weil ich das überhaupt nicht gewohnt bin.
00:02:26: Frankfurt waren die wunderbare Ausstellungen und alles andere war sehr schön aber das war sehr überrascht.
00:02:31: Können Sie sich das erklären, woran es liegt oder haben sie dann eine Erklärung dafür?
00:02:35: Naja, ich bin ja wirklich gewohnt aus Kanada, dass jeder einen Akzent hat.
00:02:39: Aber das in einem ganzen Hotel nicht eine deutsche Person arbeitet, die fließend deutsch spricht, war mich einfach überrascht.
00:02:46: Ich liege wahrscheinlich auch an den Gästen, die dort vielleicht vermehrt zu Gast sind?
00:02:51: Ganz gut
00:02:51: möglich!
00:02:52: Das weiß ich nichts.
00:02:52: Es war nur sehr überraschend für mich.
00:02:54: Weil ich freue mich natürlich sehr nach Deutschland zu kommen und Deutsch zu sprechen.
00:02:57: Absolut!
00:02:58: Das sind wir auch gleich beim Thema... Sie lieben ja seit Jahrzehnten in Kanada lernen aber auf Englisch und haben auch schon, wenn ich mich jetzt nicht verzielt, aber auf Französisch, Italienisch und Chinesisch publiziert.
00:03:13: Und Deutsch ist ihre Muttersprache.
00:03:15: Welche Rolle spielt denn allgemein Sprache in ihrem Leben?
00:03:20: Deutsch spielt natürlich eine sehr große Rolle um.
00:03:22: mein Mann war Berliner also wir haben sehr versucht keine englischen Worte in unsere deutschen Gespräche zu vermischen Und seit ich alleine bin, hab' ich natürlich Kollegen Deutsch zu sprechen.
00:03:33: Aber eigentlich spreche ich alle drei Sprachen gleichzeitig.
00:03:38: in der Universität, wird hauptsächlich Englisch gesprochen – manchmal Französisch und dann mit einigen Kollegen eben Deutsch.
00:03:47: Und haben Sie da eine Lieblingssprache die Sie am liebsten bevorzugt verwenden?
00:03:52: Ja, Deutsch natürlich und Französische!
00:03:54: Wir haben jetzt gleich mal einen, ich würde mir sagen passend zu FußballwM eine Zeitloop-Moment, den ich gerne machen würde.
00:04:01: Es gibt diese einige Geschichte die wie ich finde wirklich das klingt ja ausgedacht.
00:04:04: sie arbeiten in Paris damals als Assistentin von Pierre Garda und eines Tages ruft ihre Mutter an und sagt so was wir sie wollte es doch nie in der Mode arbeiten.
00:04:16: also habe ich dich für die Aufnahmeprüfung einer Anosität der Künste in Berlin angemeldet.
00:04:21: Ich kann Sie uns da einmal zurücknehmen in diese Zeit.
00:04:25: Ist das wirklich so passiert?
00:04:28: In Deutschland war es damals so, um Kostümwildnerin zu werden musste man eine Lehre haben.
00:04:33: Die habe ich ein Jahr und dann Gesellenprüfung gemacht und man brauchte noch ein praktisches Jahr.
00:04:38: Und deshalb ging ich nach Paris, um Französisch zu lernen und bei Pierre Garda einfach debut couture können zu lernen.
00:04:45: Wenn man einmal da ist es sehr schwierig rauszukommen.
00:04:48: und dann habe ich Coco Chanel getroffen die mir angeboten hat Chefs Atelier zu werden.
00:04:53: Und rief natürlich begeistert meine Mutter an die sagte du wolltest nie in die Mode?
00:04:58: Ich hab dich angemeldet das stimmt!
00:04:59: Dann bin ich nach Berlin war eine Aufnahmeprüfung glaube ich in die Woche lang Und drei Monate später habe ich meine Zelte in Paris abgebrochen.
00:05:08: Und hat die ihre Mutter recht?
00:05:10: Absolut, absolut.
00:05:12: Ich bin immer noch dankbar dafür!
00:05:15: Aber da haben Sie das damals in dem Moment anders empfunden oder?
00:05:18: Ja
00:05:18: sicher natürlich aber sie hatte absolut recht.
00:05:21: Also diese Geschichten also auch mit welchen Persönlichkeiten sie damals dazu tun hatten klingt wirklich wie in einem Roman.
00:05:27: Das
00:05:28: war harte Arbeit aber man hat das Arbeiten wirklich gelernt und zwar einfach sehr kreativ.
00:05:33: Was hat sich denn damals eigentlich nach Kanada gezogen?
00:05:35: Mein Mann, mein Mann war Berliner und ich habe ihn in Berlin kennengelernt.
00:05:42: Und dann bekam ich... Da musste er ganz schnell zurückfahren.
00:05:45: der war im Urlaub in Berlin und schickte mir eine Rückfahrkarte nach Toronto.
00:05:50: und so bin ich in Toronto gelandet.
00:05:53: Sie haben mal gesagt Paris und Berlin sind meine beiden Städte und dann kam sie nach Toronto.
00:05:59: das war ein anderes Toronto als es heute ist und Toronto
00:06:02: war ganz furchtbar und ich bin also wirklich nur in Toronto geblieben, weil ich oft nach New York fang.
00:06:10: Und dann gab es eigentlich fast kein Theater.
00:06:12: Es war sehr englisch.
00:06:14: Und plötzlich haben die Kanate ihre Identität entdeckt.
00:06:19: Der Trudeau hat die Konstitution nach Kanada gebracht.
00:06:23: Dann gab's irgendwo ganz viel politisches Theater aber die hatten kaum Ausbildungen nicht.
00:06:31: Ich war natürlich sehr verwöhnt von Deutschland.
00:06:35: Als Kostümbilder macht man nicht nur kleine Zeichnungen, sondern man ist immer Teil eines Regie-Teams und das gab es überhaupt nicht in Kanada.
00:06:46: Darum habe ich meine Doktorarbeit in Kanadar geschrieben und habe gewählt ein Thema, das sich oft nach Berlin und nach Paris reisen konnte – Brechzeinfluß auf französisches Theater!
00:06:57: So habe ich natürlich dann wieder sehr viel Zeit in Europa verbracht.
00:07:01: Sehr smart, strategisch gewählt?
00:07:04: Absolut!
00:07:05: Und vielleicht können Sie noch mal sagen wie war denn diese Kulturwäldame im Verhältnis zu heute?
00:07:13: Sehr verarmt, es gab also theatermäßig gesprochen, da gab's Trädford, die haben sich alle englische Schauspieler geholt und dann ist sie eben kanadisch geworden aber die hatten keine Ausbildung.
00:07:27: Und das war dann meine Idee, das Berliner Ensemble nach Toronto zu bringen.
00:07:32: Nicht die Amerikaner haben das vierzig Jahre versucht und das ist unheimlich angekommen in Kanada.
00:07:40: erst mal natürlich Berliner Assembles erste Mal in Nordamerika mit neunzig People und Leute und dann hatten wir noch fünfundzwanzig andere Gruppen aus der ganzen Welt, die alle irgendwelche Stücke mit Brechts Einfluss gespielt haben und die ganze Stadt war involviert.
00:08:01: Und das hat irgendwo einen unheimlichen Anstoß gegeben, und grad die politischen Theater, die sah politisches Theater aber auch dass der Brecht sagte man könnte die Gesellschaft verändern.
00:08:11: also da sind ganz viele Komponenten zusammengekommen.
00:08:14: Das ist öffentlich total spannend wie Sie das gerade beschrieben beschreiben weil es wäre das Berth-Brechts Haus Das sind es kommerzielle Royal Exandere Theater und der Geldgeber war ja ein Theaterunternehmer Ed Merwisch.
00:08:26: Er hat das finanziert.
00:08:27: Genau,
00:08:28: wie passt das zusammen?
00:08:28: Weil ich meine irgendwie eine sozialistische oder zumindest eine andere politische Auffassung und dann einen Theaterunternehmen... Also
00:08:35: ich glaube Ich habe eines sehr direkte deutsche Arzt die ganz unkarnatisch ist Und alle reichen Kanadier wenn er immer umzingelt von Leuten die ihn entschönt wurden.
00:08:49: Ich brauche ihr Geld, aber ich gebe ihnen viel prästisch.
00:08:52: Seit zehn Minuten gedauert habe ich erzählt ein bisschen was das Berliner Assemble ist und gesagt, dass ich glaube wir können
00:08:58: zusammenarbeiten.".
00:09:00: Es war ganz einfach letztlich als ich ihn wirklich getroffen habe und dann hab' ich die.
00:09:07: Barbara Brecht gab mir damals nicht die Genehmigung nur die drei Kroschen oben zu spielen weil er Mann Eckehardt Schall nicht in der Produktion war.
00:09:15: da muss man noch den Kreidekreis dazu nehmen Und da hat der Mürbisch als die einmal-Jahr gesagt, dann haben sie jetzt zweimal-Jahre gesagt.
00:09:23: Und
00:09:24: diesen Einfluss des Brechs und Theaters?
00:09:26: Was hat das so ein Toronto gemacht?
00:09:30: Erstmal hat wirklich die ganze Stadt mitgemacht.
00:09:33: Es gab zum Beispiel kein Restaurant, das nach zehn Uhr offen war.
00:09:38: Da haben meine Studenten eine Punk-Bar rausfindig gemacht, wo sich alle Theaterleute ... nach den Vorstellungen getroffen haben und die ganze Nacht, die ganze Nachgesungen nahmen und Vorträge gehalten haben.
00:09:53: Und da haben sich hundert Meter Leute angestellt.
00:09:56: Jeder wollte dabei sein!
00:09:57: Es hat einen unheimlichen Einfluss auf Toronto gehabt – und nicht nur auf Toronto, aber auch in Kanada.
00:10:03: Vielleicht weil Sie es gerade angesprochen haben?
00:10:05: Damals haben die Bars um zehn Uhr zugemacht... Also wie war das sozusagen?
00:10:11: Was war das für eine Kultur im Feld?
00:10:15: Also es
00:10:16: gab eine ganz lustige Geschichte.
00:10:19: Und zwar wollten die Berliner natürlich zu den Neregarer Fallen fahren, haben wir gemacht und dann haben sie sich Bier gekauft und auf der Straße Bier getrunken.
00:10:29: Das war verboten in Kanada.
00:10:31: Dann kam die Polizei das Bier weggenommen und sagt Sie dürfen das nicht und so weiter.
00:10:36: Und das zweite war der Umbau vom Dreikroschenoper zum Kreidekreis.
00:10:40: um Mitternacht, standen der technische Direktor und Designer vor der Türe und haben wieder was getrunken.
00:10:47: Und kam zufällig wieder die Polizei und wollte die Faften.
00:10:50: Es war einfach kickelig.
00:10:52: Und da dachten die Ostdeutschen Kanadai sein Polizeistrag.
00:10:58: Damals durfte man nicht kein Alkohol im eigenen Garten trinken!
00:11:02: Das hat sich alles sehr verändert.
00:11:03: Das war aber damals noch ganz strikt und sehr schwierig für mich.
00:11:09: Also würden Sie sagen, dass ich das sozusagen die beiden Länder jetzt angenehrt haben dadurch?
00:11:15: Durch die Zeit oder gibt es immer noch Unterschiede, was wären so immer noch die größten Unterschiede zwischen Deutschland und Kanada?
00:11:20: Es ist so ein
00:11:20: großer Unterschiede gibt's nicht mehr.
00:11:22: Ist auch der Verkehr zwischen Deutschland, Europa und Kanadar sicher.
00:11:26: Es sind ganz viele Leute!
00:11:28: Und dann ist die Mauer gefallen,
00:11:31: ne?!
00:11:31: Das war für mich ein ganz großes Glück.
00:11:34: Und dann habe ich auch die Stelle gekriegt und dann hab' ich mir immer deutsche Regisseure nach Kanada geholt, und zwar durch den DRD!
00:11:43: Der DRD hat ja die für einen Jahr beschäftigt.
00:11:46: Wenn ich in Kanada jemand eingestellt habe, kamen sie zweimal in der Woche für drei Stunden und die waren halt ein ganzes Jahr hier und haben wirklich mit den Studenten gearbeitet.
00:11:56: Es sind auch zwei meiner Studenten eingeladen worden in die DDR, haben noch ein Jahr in der DDR gelebt als noch DDR war und haben beim BE gearbeitet.
00:12:05: Und ich habe also dann immer versucht Europa nach Kanada zu bringen – also Deutschland aber auch Italien mit George Estrela kam.
00:12:13: Mit den Studenten bin ich jedes Jahr gereist nach Mailand wo der Estreler mit denen Workshops gemacht hat oder nach Berlin, oder nach Paris oder nach London um denen einfach das beste Theater auf der Welt zu zeigen.
00:12:29: Denn ich glaube man muss ihnen das Beste zeigen um den Standard einfach zu erhöhen.
00:12:33: Das hat ja auch geklappt?
00:12:34: Es hat ganz toll geklappt und heutzutage sind fast alle großen Theater werden von meinen ehemaligen Städten geleitet.
00:12:42: Spannend!
00:12:43: Kommen wir nochmal zum Thema Sprache.
00:12:46: Können Sie sich daran erinnern Oder was sozusagen das erste deutsche Wort oder die erste deutsche Gewohnheit war, die Ihnen in Kanada vielleicht gefehlt hat?
00:12:59: Naja
00:12:59: ich hatte natürlich meinen Mann und wir sprachen Deutsch nicht.
00:13:01: Ah
00:13:02: ok!
00:13:02: Das hat natürlich sehr geholfen.
00:13:05: D.h.
00:13:05: es gab kein Heimweh?
00:13:07: Ja Reimli ist schon nach gleich Kultur aber nicht unbedingt nach Sprache.
00:13:12: Und haben Sie das Gefühl, dass sie nach Jahrzehnten Englisch... Das passiert ja irgendwas, dass es irgendwie Riedewendungen verschwinden oder Wörter.
00:13:21: Da haben Sie das Gefühl, dass ich immer noch Parallel sehr viel Deutsch gesprochen habe und auch immer noch Deutsch sprechen, dass das nicht passiert?
00:13:28: Doch jedes Mal wenn ich nach Deutschland komme lerne ich neue Ausdrücke!
00:13:33: Ganz klar, die Sprache lebt natürlich.
00:13:35: aber ich bin natürlich sehr in Verbindung mit deutschen Freunden und Theatern und holte mir auch immer wieder nach Kanada.
00:13:44: Ich hab sehr viel Besuch
00:13:46: Und es gibt auch eine deutsche Szene wahrscheinlich in Toronto, mit denen sie verbunden sind?
00:13:49: Ja.
00:13:50: Nicht so wahnsinnig!
00:13:52: Die Deutschen haben sich eigentlich sehr integriert und klubben nicht so zusammen wie die Italiener oder die Russen oder so... Es ist ganz anders.
00:14:03: In Kanada
00:14:03: anders.
00:14:05: Halbzeit auf der Edu-Couch.
00:14:07: Diese Staffel entsteht in Kooperation mit Cornelsen und dem Goethe-Institut USA.
00:14:13: Danke an die Partner, die unsere Reise durch Elfländer möglich machen.
00:14:18: Halbzeit
00:14:19: Ende.".
00:14:36: Das
00:14:38: ist, bin ich also nicht gewohnt und man hat an der Universität einfach doch wesentlich mehr Freiheiten.
00:14:49: Also es wird jetzt auch bisschen leider auch ein bisschen mehr bürokratisiert in Kanada aber Deutschland finde ich mit Humboldt-Universität zusammengearbeitet.
00:15:03: Der Bürogramm, Bürokratie ist schon ziemlich groß hier.
00:15:09: Ich bin einfach jetzt wirklich in Granada, so lange mit zu Hause.
00:15:12: Es ist doch einiges anders.
00:15:14: Was
00:15:14: ist denn, wenn man das so sagen kann?
00:15:16: Das Kanadische an Ihnen und was vielleicht noch das letzte... Also nicht das letzte, aber was sind sozusagen noch deutsche... Wenn man das überhaupt sagen kann, dann wissen wir noch so deutsche Stereotypen die Sie noch haben.
00:15:26: und was ist eher sehr kanadisch an Ihnen?
00:15:28: Ich glaube nicht dass etwas sehr kanaddischer ist, ich glaube nicht, dass immer noch sehr deutsches war.
00:15:32: Weil ich einfach sehr gerade raus bin und es ist...
00:15:35: Ist das sehr Deutsch?
00:15:36: Ja, das ist sehr Deutsch klar!
00:15:39: Werden Kanadien wissen sie nie, was die meine.
00:15:41: Müssen Sie immer ein bisschen erraten?
00:15:44: Und das ist halt nicht unsere deutsche Art.
00:15:47: und es war auch interessant als ich für zwanzig Jahre des Theaterinstituts geleitet, Theaterwissenschaften und wir hatten einmal in der Woche alle Metingo, alle zusammen waren Lehrkräfte und auch alle Angestellten und auch Studentenvertreter.
00:16:03: Und am Anfang war das sehr schwierig für die, weil ich ganz gerade raus ist.
00:16:07: Jeder durfte mich kritisieren musste aber mit einer Alternative kommen und das war am Anfang sehr schwer.
00:16:14: Aber irgendwann haben sie kapiert dass es einfach zeitsparend ist und einfacher im Moment.
00:16:19: Es funktioniert einfach besser wenn man gerade heraus ist und nicht versuchen muss rauszubekommen was die eigentlich wirklich meinen.
00:16:28: Aber funktioniert das für die Kanadier denn nicht so vorsichtig?
00:16:31: Weil ich meine, eigentlich denkt man ja, die anglos-sächsische Kultur ist ja sehr ökonomisch.
00:16:36: Dann würde es passt eigentlich gar nicht so.
00:16:38: Wenn man sagt, man traut sich, da muss einem ein heißen Brei herumrieben...
00:16:43: Ja, schon die kanadische Art ist superfreundlich und sagt eigentlich nicht direkt was sie wollen.
00:16:51: Und meine Art hat funktioniert einfach unheimlich gut in Kanada!
00:16:55: Also nicht immer, aber im Großen und Ganzen habe ich wirklich sehr viel Erfolg mit gehabt.
00:17:00: Weil ich einfach direkt bin und gute Argumente muss man anbringen... ...und die Leute finden das erfrischend.
00:17:08: Ja spannend!
00:17:08: Wahrscheinlich weiß es nicht so kennen?
00:17:09: Weißes
00:17:10: nicht kennend genau.
00:17:11: Sie haben ja ganz vielen Leuten das Schauspielen ermöglicht bzw ist auch ihr Thema.
00:17:16: Und wir sind hier beim Goethe-Institut.
00:17:19: Goethen-Institute macht Sprachkurse.
00:17:20: oder was würden sie sagen Was macht Theater mit Menschen, was ein Sprachkurs vielleicht nicht leisten kann?
00:17:27: Na ja.
00:17:27: Da haben sie natürlich die Körpersprache dazu!
00:17:30: Das ist natürlich ein großer Teil der Sprache nicht und vor allem jetzt ist das ausgesprochen wichtig.
00:17:37: Die ganze Körbersprache sehr wichtig weil wir eben auch mit Technik arbeiten.
00:17:42: Ich werde auch mit KI arbeiten.
00:17:44: da wird es immer wichtiger.
00:17:46: Das müssen Sie jetzt gleich noch mal erzählen.
00:17:49: Was forschen Sie zum Thema KI?
00:17:51: Also
00:17:52: es war nur eine Frustration, dass jeder über KI sprach und ich nichts wusste und habe mich also recherchiert und mit Freunden geredet usw.
00:18:01: Und dann erfahren das eine Bank sehr interessiertes an Interdisziplinarität.
00:18:06: Habe ich einen Paper geschrieben auch hatte eine Miete.
00:18:09: Hab vorgeschlagen ein KI Lab aufzumachen mit allen möglichen Departments und bin mit fünf Millionen rausgegangen.
00:18:18: Dann musste ich etwas, da musste ich natürlich einen Lab aufmachen und habe dann jemanden eingestellt, der wirklich viel mehr wusste als ich.
00:18:25: Und zwar David Roquebitt ist ein ganz großer Künstler, der seit den nachtziger Jahren mit Technik gearbeitet hat – und er leitet das nach und es ist wunderbar!
00:18:34: Können Sie ein bisschen verraten?
00:18:36: Gibt's da schon erste Forschungsergebnisse?
00:18:38: oder was sind sozusagen die Hauptforschungsfragen?
00:18:41: Ja, die Hauptforschungsfragen ist natürlich es geht immer um den Menschen und wenn man eine Grenze des Menschens kommt was kann man dann mit der Technik machen.
00:18:52: Also ein Beispiel zum Beispiel wir haben festgestellt mit Motion Capture weiß nicht wie man da sagt nicht da haben sie Zensoren an allen Dingen dass die ethnischen Gruppen bei den gleichen Bewegungen unterschiedliche Muskeln benutzen.
00:19:09: Und da haben wir also ein Databank als aufgestellt, auch für die Ärzte.
00:19:13: Weil die Ärze das auch nicht wissen.
00:19:15: und dann wenn sie zum Beispiel den Arm ausstrecken zeigt Moschenkörper natürlich nichts an aber die Muskeln werden trotzdem bewegt.
00:19:23: Also können jetzt auch die muskeln lesen Wenn Sie sich nicht bewegen.
00:19:29: und das Letzte ist dass sie jetzt die muskeln Musik erzeugen können.
00:19:34: Wir haben jetzt Tänzer die durch Tanz Musik er Zeugen.
00:19:38: Also es ist natürlich einfach ganz spannend, nicht?
00:19:40: Klingt
00:19:40: auch abgefahren.
00:19:41: Ich meine das sind wahrscheinlich auch komplett neue technologische Möglichkeiten mit technischen Fortschritts sozusagen, mit Kreativität verbindet und viel möglich, aber spannend!
00:19:53: Und ich war eben in Dortmund auch da gibt's ja diese Akademie für Theater- und Digitalität die der Kai Vogels, der Intendant den Kölnis aufgebaut hat.
00:20:02: Das ist fantastisch.
00:20:04: Die haben fünf Studios Und da werden Leute aus der ganzen Welt kommen da und probieren einfach die neue Technik aus.
00:20:11: Und sie sagen, ihr könnt scheitern!
00:20:14: Es muss nicht ein Erfolg sein.
00:20:16: am Schluss aber die arbeiten alle zusammen und es ist eine ungeheuer tolle Atmosphäre und die wollen jetzt auch mit uns in Kanada arbeiten und wir werden also sicher enge Verbindungen herstellen.
00:20:26: Welche Rolle spielt denn generell das Scheitern beim Theater?
00:20:30: Die große Rolle?
00:20:30: niemand will schalten
00:20:32: Aber es gehört dazu beim Theater, weil ich meine das ist ja auch immer ein Versuch.
00:20:34: Naja sicher, eine Premiere darf nicht scheitern!
00:20:38: Man kann nicht scheiten.
00:20:39: deswegen braucht man eben solche Studios-Ateliers wo man schalten kann
00:20:45: um
00:20:45: voranzukommen.
00:20:47: Denn es dauert lang bis man das wirklich kapiert was mit so einer... Was man machen kann alles mit der Technik.
00:20:54: Wir hatten zum Beispiel einen amerikanischen Künstler, der hat drei Tage seine Gedichte gelesen und auf der Wand wurde das alles illustriert.
00:21:04: Ich finde es nicht gut wenn das nur illustrierte wird aber das nimmt irgendwie die Fantasie weg.
00:21:10: Und dann haben wir also – oder nicht ich, meine Leute?
00:21:14: – erst mal festgestellt, welchen Künstl man reingeben kann in die Maschine und dann haben sie das manipuliert.
00:21:20: Dann ist manchmal einfach eine Landschaft und plötzlich wird's ganz konkret!
00:21:24: Und der Künstler hat nach drei Tagen gesagt, es tut ihm so leid, dass sein Buch bereits im Druck ist.
00:21:30: Er hat so viele neue Inspirationen durch diese Aufzeichnung gewonnen, das er jetzt ein neues Buch schreiben muss und das finde ich natürlich ganz schön wenn Künstlern so beeinflusst werden.
00:21:41: Meines Thema KI ist wahrscheinlich in dem Moment wo man drüber schreibt schon fast wie veraltet weil da so viel technologisch passiert, dass man da wahrscheinlich lieber was internet schreibt als ein Buch zu schreiben.
00:21:54: Nach dem Druck schon fast wieder veraltet das.
00:21:57: Es gibt eben in Frankfurt zurzeit diese wunderbare Karriereausstellung, also die ich eben empfehle.
00:22:02: Ich habe sie schon vor zwei Jahren in Paris gesehen und eine schöne Pommes.
00:22:06: aber in zwei Jahren hat sich so viel verändert und jetzt ist es natürlich mit verändert und das ist sehr historisch aufgebaut, das ist fantastisch!
00:22:15: Wo kann man das in Frankfurt gerade sehen?
00:22:16: Im
00:22:16: Scheren und als würde ich allen Leuten empfehlen.
00:22:19: Dann will ich sagen, wir haben ja bei Podcasts die Show Notes da können wir dann den Link zur Ausstellung reinpacken.
00:22:25: Würde ich
00:22:25: auf alle Fälle sagen es ist ausgezeichnet!
00:22:28: Wir haben ja diesen Podcast im Rahmen der Fußball-Weitmeisterschaft.
00:22:31: deswegen haben wir uns eine rote Karte überlegt, die jeder Gast vergeben darf.
00:22:36: Sie dürfen jetzt eine rotte Karte vergeben an ein Klischee sei es über Deutschland Kanada oder übers Theater.
00:22:43: Können sie sich aussuchen oder etwas, was sie nervt.
00:22:46: Was mich nervt in Deutschland?
00:22:47: Dass ich in ein Hotel gehe und niemand mehr Deutsch spricht.
00:22:53: Das nervt mich!
00:22:54: Wir haben jetzt auch eine Elfmeterrunde das heißt wir haben immer so kurze Fragen.
00:23:00: vielleicht Quickfire-mäßig gibt es dann ein Lieblingsdeutsches Wort
00:23:07: schön
00:23:07: In welcher Sprache träumen Sie?
00:23:09: Ich träume Französisch und Deutsch aber unterschiedlich sind unterschiedliche Träume.
00:23:15: Aber komischerweise nicht auf Englisch.
00:23:17: Okay, gar das gar nicht!
00:23:18: Jetzt haben wir auch Spannungswohnen in Kanada und träumen aber in zwei anderen Sprachen?
00:23:24: Ja ja, aber Kanada ist ja auch zweisprachig.
00:23:26: Stimmt es richtig.
00:23:27: Das stimmt.
00:23:28: Aber können Sie da ausmachen, ob das thematisch ist?
00:23:33: Wenn so das geht eher französisch und wenn es um das geht sehr
00:23:36: deutsch.
00:23:36: Ja, kann ich nicht genau sagen aber die Träume sind einfach unterschiedlich auch in unterschiedlichen Ländern mit unterschiedlichen Leuten, unterschiedliche Gespräche.
00:23:48: Das finde ich faszinierend sowas wie sein Unterbewusstsein mit Sprache umgeht.
00:23:52: Und wenn sie zählen also eins zwei drei welcher Sprache ziehen Sie
00:23:57: Englisch.
00:23:58: Wenn
00:23:58: man jetzt sagt Paris, Berlin oder Toronto – wo schliegt ihr Herz am meisten hoch?
00:24:03: Paris.
00:24:04: Brecht oder Shakespeare?
00:24:06: Beide!
00:24:08: Sind beides ja gut.
00:24:09: Nadel und Faden oder Regiebuch?
00:24:12: Nadel-und Faden.
00:24:14: Interessant hätt ich nicht gedacht.
00:24:15: Überraschende Antwort.
00:24:17: Was erklärt Kanada für sie?
00:24:19: in einem Wort oder im Satz dauchenordnen?
00:24:22: Großzügigkeit
00:24:23: Und im Verhältnis dazu Deutschland an einem Wort?
00:24:26: Kultur.
00:24:27: Die WM ist ja gerade in ihrer Stadt zu Gast.
00:24:30: Wenn Sie jetzt, ich weiß nicht ob Sie sich für Fußball interessieren... Überhaupt
00:24:33: nicht!
00:24:33: Überhaupt nichts.
00:24:33: Also heißt es mir die Frage, wem sie die Daumen drücken?
00:24:36: Ist völlig wurscht.
00:24:37: Doch
00:24:37: natürlich gucke ich an.
00:24:39: Die Kanade haben Sie erst einmal in der Geschichte Kanadas einen Tor geschossen bis das Jahr aus Kanzlerin.
00:24:44: Und jetzt haben Sie sogar heute Nacht glaube ich habe sogar gewonnen klar.
00:24:47: Gewonnen, das hat man auch noch nicht mitgekriegt.
00:24:48: Wenn Deutschland jetzt gegen Kanada spielen würde hätten sie dann ein Konflikt?
00:24:52: oder ist Ihnen das wursht
00:24:53: Kanada, weil die einfach Spächer sind.
00:24:56: Der Anderdoc?
00:24:58: Wir haben noch einen Schluss.
00:24:59: in der Nachspielzeit eine Frage.
00:25:02: Sie sagen in Studierenden immer stellt Fragen, deswegen mache ich das mal umgekehrt.
00:25:07: Welche Frage stellen sie sich gerade auf, denen sie noch keine Antwort haben?
00:25:11: Wie es mit der KI weitergeht.
00:25:13: Schon das was ihr gerade am meisten beschäftigt?
00:25:14: Ja!
00:25:16: Es ist sehr gefährlich und ich glaube man muss das wirklich lehren.
00:25:22: Man kann es nicht einfach sagen, das ist jetzt hier.
00:25:25: Du musst damit umgehen.
00:25:26: Man muss den Leuten wirklich lehren wie man damit umgeht und die auch auf die Gefahren aufmerksam
00:25:33: machen.".
00:25:33: Ich habe noch eine letzte Frage.
00:25:35: Wir hatten ja am Anfang die Geschichte mit Pierre Gardardt.
00:25:40: Wenn Sie jetzt dieser junge Frau, die damals dort in der Schneiderei arbeitet einen Satz mitgeben dürften könnten?
00:25:46: Welcher wäre das?
00:25:47: Macht weiter so!
00:25:48: Es war wunderbar...
00:25:50: Vielen Dank für das Interview und das nette Gespräch.
00:25:53: Und vielen auch Anregungen und Tipps!
00:25:55: Vielen Dank, dass Sie da
00:25:56: waren.
00:25:57: Danke schön.
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