Django Asül: Heimat ist eine Frage des Dialekts
Shownotes
Django Asül ist Sohn türkischer Einwanderer, aufgewachsen in Hengersberg in Niederbayern. Seine erste Sprache war nicht Türkisch, sondern Niederbayerisch. Heute ist der Kabarettist, bayerischer Botschafter und einer der bekanntesten Bühnenkünstler des Landes. Über das Etikett des gelungenen Integrationsbeispiels sagt er: „Mich stört das nicht, aber es stimmt halt nicht.” Denn integrieren musste er sich nie. Er war ja immer da.
Worüber wir sprechen:
- Wie Gespräche zuhause klangen: Eltern auf Türkisch, er auf Bayerisch
- Warum er sein Bayerisch auf Tour nach 150 Kilometern „domestizieren” muss
- Weshalb er als Vorbild für Integration passen muss
- Rote Karte für Klischees: „Die Türken” gibt es genauso wenig wie „die Bayern”
- Warum Dialekte in einer globalisierten Welt wieder an Bedeutung gewinnen
EduCouch Spezial: Deutsch geht auf Weltreise Elf Folgen, elf Länder, elf Geschichten über die deutsche Sprache in der Welt — anlässlich der Fußball-WM 2026. Eine Kooperation von EduCouch, dem Cornelsen Verlag und dem Goethe-Institut USA.
Das Interview führte Florian Sochatzy
Transkript anzeigen
00:00:02: Edu-Couch.
00:00:03: Deutsch geht auf Weltreise, elf Folgen, elf Länder und elf Geschichten.
00:00:11: Herzlich willkommen auf der Edu-couch heute mit einem Mann, den ein Kunststück vollbringt an dem die halbe Integrationsdebatte verzweifelt!
00:00:22: Er ist Türkischer als Tschei im Tulpenglas und Niederbayerischer als eine Kamelittenmass auf dem Geubodenfest.
00:00:31: Im Moment schauen wir noch kritisch, er wird wahrscheinlich gleich was dazu sagen.
00:00:35: Er ist so ein türkischer Einwanderer geboren in Hengersberg und seine erste Sprache war nicht türkisch sondern niederbayerisch.
00:00:43: Heute ist er Botschafter Niederbayerns scharfzüngiger Beobachter der Bayerischen Seele und lebendiger Beweis dass Heimat mehr eine Frage des Dialekts als das Passes ist.
00:00:55: Herzlich willkommen Django Asyl!
00:00:57: Servus Ich kann ja gleich sogar noch ein bisschen ergänzen.
00:01:01: Seit drei Jahren, seit vier Jahren sogar bayerischer Botschaften nicht nur niederbayerische und das am Anfang mit dem türkischen Tee.
00:01:12: also erstens habe ich eigentlich all die typischen Ingredienzen eines türkischem Frühstücks nie so recht haben können und zweitens war eigentlich die türkische Welt mir Viele Jahre relativ fremd, weil es einfach in Hengersberg quasi nicht existent war außerhalb dem was man mit den Eltern macht und mitgekriegt hat.
00:01:39: Wir kommen bei dem Thema nachher gleich wieder an und fangen trotzdem da an wo wir anfingen nämlich am Anfang.
00:01:44: Nämlich beim Sprechen lernen!
00:01:47: Deine erste Sprache haben ja gerade gehört, weil das ist wie niederbayerische.
00:01:50: Und wie fühlt sich das also an wenn die Sprache der Eltern Die ist, in der man sich anstrengen muss oder die man teilweise nur schlecht versteht und die Sprache einer Nachbarschaft.
00:02:00: Die, die einfach da ist, die sozusagen natürlich
00:02:04: ist.
00:02:04: Ich habe mich doch nie groß damals Gedanken drüber gemacht, sondern das Schöne war ja wenn ich mit meinen Eltern kreter konnte jederzeit ein deutsches oder bayerisches Wort einfügen und es war sehr oft der Fall so dass mein türkisch war wirklich.
00:02:20: Wahrscheinlich zwei vierzehn war äußerst rudimentär, dann auch heut würde ich sagen beherrschigst als solide Fremdsprach.
00:02:28: Also man kann mich überall in der türkischen Sprachwelt aussetzen ohne dass jetzt Gefahr läuft und ich verloren gehe Oder vorhunger.
00:02:40: Aber es war, ich glaube als Kleiner Burg, wenn's so ist wie das ist, man macht sich da nicht groß Gedanken drüber.
00:02:47: Die sozialisation, also gerade die sprachliche Sozialisation, war dann zu achtzig Prozent niederbayerisch.
00:02:53: In dem Moment wo wir gerade auslaufen können, ist man draußen und in der Nachbarschaft und Umgebung.
00:02:59: Und in der Provinz zumindest dort natürlich auch noch so dass ja auch wenig im Gegensatz zur Großstädten wenig türkische Anhaltspunkte da und da waren.
00:03:10: Von daher habe ich nie überlegt, wie ist das für mich, dass die Sprache meiner Eltern nicht ganz meine ist?
00:03:20: Aber wie habt ihr euch dann daheim unterhalten?
00:03:22: Wie hoffe ich mir das vorstelle?
00:03:24: Das war von meiner Seite.
00:03:25: Die haben natürlich Türkisch mitbegreht und meines war halt ... Ein türkisch Versuch mit vielen Bayerischen oder deutschen Wörtern versetzt, so dass die Verstanden haben.
00:03:38: Meine Eltern haben sie ja nie der Region oder des Standortes verweigert Und darum haben die ja immer, weil ich mit der Sprache, also auch mit dem Bayerischen kein Problem gehabt war.
00:03:56: So lustig war das bis heute noch mein Vater eigentlich.
00:04:00: so manches Vokabular ... Kann gar nicht so recht unterscheiden, dass es jetzt eigentlich die bayerische oder niedurbäuerische Ausdrucksweise ist.
00:04:09: Und wo dann so manch einer mit dem er dann wenn er mit Nicht Bayern redet, dann so Manches für Verwirrung sagt und ihm selber fällt das gar nicht auf weil er ja auch eben ab Tag eins wieder da war sich da immer in die Malte reingeschmissen hat und dementsprechend auch immer einen guten Stand hier hatte und hat?
00:04:30: Stell
00:04:30: dir vor, du müsstest deine entfernten Verwandtschaft in der Türkei erklären was Niederbayern ist und zwar ohne die Wörter Bier-Wammel und CSU.
00:04:42: Na ja erstens muss ich doch eigentlich gar nicht viel erklären weil viele da waren im Laufe der Jahre und waren da recht beeindruckt von der bayerischen Lebensart was sie da mitgebracht haben Und bei uns, die haben da auch hier vor Ort viel angeschaut von Oberbayern angefangen bis hin tief im bayerischen Wald.
00:05:06: Ich glaube man kann es sowas nicht erklären.
00:05:12: Man kann eine Region, also geologisch kann man das erklären.
00:05:15: Das war immer ein Wald und nach uns kommen die Berge in den bayerische Wald usw.. Aber ich glaube, es ist immer so eine Sache von Atmosphäre.
00:05:27: Und ich glaube dass gerade Leute aus dem Ausland die jetzt das sogenannte Deutsche woher auch immer kennen dann schon irritiert sind.
00:05:37: positiv meist gehe ich davon aus wenn sie in Bayern merken das ist nochmal ein ganz anderer Stamm.
00:05:44: Du wechselst ja auf der Bühne häufig sehr mühelos zwischen bayerisch und so einem gebrochenen türkischen Akzent sozusagen um diese die Spannungen auch sozusagen aufzumachen.
00:05:58: Fällt dir das schwer, in diese Rollen zu kommen?
00:06:00: Also du bist ja dann sozusagen der Niederbayer und das andere ist nur eine Rolle.
00:06:03: oder sind es beides Rollen die beide sehr gut reinpasst.
00:06:06: Zum einen wenn ich privat in Anführungsstricken auf der Bühne ist, die meine Geschichten erzählt, dann rätzt er in Altbayern so wie es daheim rättscht.
00:06:18: Aber unsere Sprachgrenzen sind ja relativ eng.
00:06:21: Also das heißt, Nordwärts ist quasi nach Neumarkt in der Oberpfalzschluss und West-Wärts noch vor Augsburg.
00:06:29: So gesehen weiß ich eh schon mal, dass ich mein Bayerisch sehr domestizieren muss.
00:06:36: Nach jeweils, sag jetzt mal, Hundertfünfzig Kilometer... Und
00:06:38: das machst du auch?
00:06:39: Das kommt automatisch!
00:06:42: Das ist nicht... Sagt Harry Neckmont, dass so schwer wird und in Franken, Hamburg oder Berlin.
00:06:51: Hätte ich nicht meinten das so schwer?
00:06:53: Das bayerische Rausbring ja nicht.
00:06:55: Und mit dieser türkischen Figur ist es auch so, dass sie damit bringen auch Themen aus einer komplett anderen Perspektive.
00:07:06: Es geht da nicht darum, dass jetzt etwas verballt hat, sondern dann hast du diesen früheren Gastarbeiter der auch schon in der Rente ist und die Dinge aus einer Sicht schildert, aber das ist es.
00:07:19: Auf der Bühne wenn du stehst sind Automatismen nicht so, dass ich riskiert ein Muskelkater im Sprachzentrum, wenn ich im Programm dann mal da hin und her switche.
00:07:29: Aber fällt dir diese Figur leicht sozusagen?
00:07:31: Der Gastarbeiter kümst du den
00:07:34: mit dem Allfachweiler?
00:07:35: Weil
00:07:35: du den kennst sozusagen?
00:07:37: Ich habe ja da reale Figuren vor mir Und darum steht es heute dreißig auf der Bühne, dann perfektioniert man's automatisch auch mit Mimik Gästig.
00:07:48: Stimmlage, Lautstärke... Also das ist easy!
00:07:52: Hat wahrscheinlich damit zu tun dass wir Sprachen generell auch liegen.
00:07:57: also das heißt ich hab in der Schule war im Lateingut Englisch sowieso Von dem her, ich gleite da entspannt hinein.
00:08:06: Ich weiß was kommt und lebe.
00:08:08: Weil ich wirklich wie ein Avatar vor mir hab.
00:08:12: Und ich seh mich ja selber nicht.
00:08:15: Aber ich find's lustig wenn Leute, die mich immer schon gut kennen dann sagen Mensch das hat eine authentische Ader.
00:08:27: Das sagt gut, ich beobachte es heute auch immer wieder mal.
00:08:29: Ich
00:08:29: habe gelesen, dass die Eltern ja eigentlich nur ein paar Jahre bleiben wollten und dann doch entschieden haben hier zu bleiben sozusagen in Niederbayern aufgrund der besseren Bildungschancen usw.
00:08:41: Kannst du dich an den Moment erinnern?
00:08:42: oder vielleicht war es auch einen anderen Grund?
00:08:44: Kannst Du Dich an dem Moment erinnern wo aus dem Wir bleiben für eine gewisse Zeit ein.
00:08:48: Wir bleiben auf jeden Fall für immer da.
00:08:51: und hat das irgendwas mit dir ausgelöst?
00:08:53: Naja, als kleine Bauer kriegst du es ja nicht so mit.
00:08:57: aber also die Dimension, die es für die Eltern hat, kriegste er so nicht mit nur weil bei mir war's so dass halt die Eltern sich dann gedacht haben Mensch der hat jetzt so diese bio-warische Sozialisation drin dass der in der Türkei eigentlich neckgroße Zahnfuß auf dem Boden kriegen wird.
00:09:23: Und das war dann irgendwie, war es dann durch?
00:09:26: Also ich meine letztendlich sage jetzt, weil jederfalls wie ich fünf war ist diese Entscheidung bei den Eltern gefallen.
00:09:34: Du giltst als einer der oder der, ich sag jetzt mal ein Anstellungszeichen Vorzeigetürke der Kabarettszene türkischstämmige quasi als personifizierte Integration.
00:09:48: Das ist natürlich total positiv gemeint, aber nervt so ein Etikett irgendwann oder nimmst du es gar nicht so wahr?
00:09:55: Wie gehst du damit um?
00:09:56: Meil, es gibt so, sagen wir mal, Etikette, die man grügt irgendwann, aber Integration... bescheidet bei mir insofern schon mal aus, weil ich war ja immer da, ich kenne nichts anderes.
00:10:14: Also von daher sollte ich als Rollmodel gebraucht werden, wo sie leider passen, weil die Frage war ja bei mir eher ob ich mit dieser nennen wir es mal türkischen Welt klarkomme Aber die war in meinem Alltag von Null weg auch immer so, also prozentual klein.
00:10:42: Dass das dann auch kein Thema war.
00:10:44: und wenn ich irgendwo sage, dass ich auch in der Türkei war oder bin ... Dann kommt man da!
00:10:52: Es kommt ja auch aus einer gewissen privilegierten Position raus.
00:10:57: Wenn ich in der Türkei bin, dann bin ich heute mehr oder weniger Urlauber und nicht der, der sich damit behörden muss oder mit den Unebenheiten des Alltags rumblagen muss.
00:11:14: Wir stören gar nichts, aber es stimmt halt nicht!
00:11:20: Halbzeit auf der Edu-Couch.
00:11:22: Diese Staffel entsteht in Kooperation mit Cornelsen und dem Goethe-Institut USA.
00:11:28: Danke an die Partner, die unsere Reise durch elf Länder möglich machen.
00:11:32: Halb Zeit Ende!
00:11:35: Das Ganze findet ihr im Rahmen der Weltmeisterschaft statt.
00:11:38: Deutsch auf Weltreise sozusagen.
00:11:39: Wir unterhalten uns über Sprache und darum haben wir auch ein paar Metaphern eingebaut wie zum Beispiel die rote Karte.
00:11:45: Du darfst jetzt rote Karten vergeben.
00:11:49: Entweder über Deutschland oder über Niederbayern, oder Türken in Deutschland.
00:11:54: Oder über die deutsche oder die niederbayerische Sprache.
00:11:57: Was kommt von dir?
00:11:59: Rote Karten!
00:12:00: Aber sagen wir so... Es geht eigentlich bei mir da schon los.
00:12:04: das was ich auch früh begriffen habe dadurch dass man dann doch ein bisschen in der Welt herumgekommen ist Es gibt ja die Türken, es geht schon da los so wie es selbst die Bayern nicht gibt.
00:12:17: Wenn ich da im schönen Allgäu bin und die Leute reden hören dann hat das mit dem Altbayerischen nichts zu tun.
00:12:27: also von daher muss ich sagen ich kann mich etwas heiss generell nix anfang weil Speziell, wenn man es über das Türkgeschirr redet.
00:12:41: Ich kenne mir in der Türkei da angehen ein bisschen aus dass ja auch die Türkeisag jetzt mal aus fünf sechs acht Stimmen in Anführungsstrichen Besteht, der Arne ist arabisch-stämig.
00:12:56: Dann hast du oben Chairgästen und Kaukasus.
00:13:03: Ich würde generell wenn man über Zuschreibungen spricht in den jeweiligen Regionen kommt man viel weiter wenn wir dann auch noch so gewisse soziale Komponenten mit reinbringen.
00:13:18: Also wenn ich jetzt sage, die ja zu ihrer Zeit grandios das Thema Klischees aufgespickt haben so wie Erkan und Stefan, die halt dann tatsächlich diese Hasenberg-Kits da glaubhaft gespielt haben, dies bei uns... bei mir daheim in Niederbahn gar nicht gegeben hat.
00:13:39: Also selbst da ist es alles so kleinteilig, sondern ich glaube viel hängt auch davon ab wie es die Bereitschaft wenn ich wo bin egal ob als Einheimischer oder als Zugraster will ich mich einbringen?
00:13:57: Oder nicht?
00:13:59: Eltern war es dann halt auch nie so, dass weder sie noch ich da als Gefahr gelaufen werden.
00:14:04: Da irgendwo eine mentale oder tatsächliche, nennen wir das mal Ghettoisierung.
00:14:09: Oder zurückziehen in die eigene Welt hat sich ein Linear gegeben.
00:14:12: im Gegenteil.
00:14:14: Darum habe mir speziell mein Vater gesagt ... Wenn man schon da ist, dann hat man das Leben hier auch zu leben.
00:14:24: Aber jetzt nicht mit so einem ... Da müssen wir jetzt!
00:14:27: Sondern es hat ja immer passt und passt immer noch immer.
00:14:31: Ich war dann ab vier, war halt ganz Hängersberg mein Laufstall.
00:14:36: Und da ist heute noch so.
00:14:38: Und jeden Sonntag mit dem Siebapa bei denen ich viel war, wenn die einen Schicht gehabt haben am Stammtisch.
00:14:46: Also also... So gesehen kann ich sagen, habe mich nie mit Klischees auseinandersetzen brauchen.
00:14:54: Sondern ich hab's erlebt und erlebe es heute noch.
00:14:58: Wir kommen zur Elfmeterrunde.
00:15:01: Blitzfragen!
00:15:02: Deine Lieblingsquote auf Niederbayerisch?
00:15:04: Flash-Bayerisch?!
00:15:06: Mir gefällt Agrat!
00:15:07: Das ist ja das Akkurat!
00:15:10: Wo war Fallenweil die... Eigentlich, wenn man es im Duden akkurat nachschlägt hat das eine ganz andere... Aber dieses agrat er oder agrat du.
00:15:25: Das hat so viel mehr Drehmoment wie das ausgerechnet was ja heißen soll.
00:15:31: Ich finde das gut und ich bin ja ein Veränderbayerischen Sprache.
00:15:37: Aber das Agrat, das hat für mich ... Ich würde das auch mal als Programmtitel gerne verwendet.
00:15:46: Das müsste dann ein Programm sein, das man wirklich nur in Altbayern spielt.
00:15:49: Weil woanders halten wir es wahrscheinlich für den griechischen Philosophen oder so was.
00:15:54: Oder für einen keltischen Stammesführer.
00:15:58: Aber Agrat fand ich immer schon.
00:16:00: Ich fand die als kleine Buhr weiß ich schon Agrat.
00:16:03: Also kann ich subjektiv nicht begründen aber...
00:16:06: Mein Opa hat immer gesagt, auch gerade mit dem Rasierabrat.
00:16:09: Weil sich das so schmerzreimt!
00:16:11: Und jetzt eine nächste Frage in den vollen Bewusstsein, dass das quasi auch eine Fremdsprache für dich ist?
00:16:15: Lieblingswort auf Türkisch?
00:16:17: Gibt es nicht weil mein türkischer Wortschatz sehr technokratisch ist.
00:16:25: Ich kann zum Glück viele türkische Wörter.
00:16:27: grammatikalisch könnte nichts beschreiben wenn man da stapelgewachsen ist aber... Na, jetzt haben wir es wieder.
00:16:36: Weil hier das türkische Reinkwantitativ in meinem Alltag immer nur so rudimentär vorhanden war, dass sich da nicht der Antipathie sondern einfach zu wenig Berührungspunkte... Das ist so ähnlich wie wenn man sagt was ist jetzt dein Dein Liebingsgericht in der Mongolei?
00:17:00: bloß, weil du einmal drüber geflogen bist.
00:17:02: Das ist ein sehr schiefes Bild aber wie gesagt ich muss mich beim Türken sprechen, muss mir o-strengen, muss me konzentrieren und dann wenn es dann in Arbeit ausartet da kommst du nicht in die Verlegenheit dich zu fragen was ist das damals Lieblingswort?
00:17:20: Was erklärt Niederbayern in einem Wort oder Satz?
00:17:24: Niederbayern ist für mich so province at its best, weil die richtig großen Städte gibt es nicht und wir haben tolle Städten.
00:17:35: Die größeren wirds speziell Landshut natürlich.
00:17:38: Und auch da gefällt man.
00:17:41: wenn ich in Landshutt bin, bin ich regelmäßig... Man hat so schon das Gefühl jeder kennt jeden.
00:17:46: also diese Für mich Niederbayern vielleicht so nicht vorhandene Anonymität, sprich ein Miteinander wo es auch mal rumpelt logischerweise.
00:17:58: Aber es ist v.a.
00:18:00: ein Mieteinander.
00:18:01: viel mehr als jetzt.
00:18:02: im Gegenden wollt große Städte dominieren, ob's wann passt oder nicht und wir sind natürlich dann auch nicht wie Oberbayern auch wenn das mehrere Sätze sind.
00:18:11: Wir sind natürlich auch nicht touristisch so überlaufen.
00:18:15: Wo ja, was war sie?
00:18:17: Wenn man dann in Kochel am See wohnt, weiß man, dass man zwischen April und Oktober Nachbar gegenüber nie wieder zu Gesicht kriegt, weil man es nicht einmal schafft, über das Strasse zu gehen vor lauter endlosen Autokorsos.
00:18:31: Genau!
00:18:32: Also es ist ein Miteinander mit allen Vor- und Nachteilen so würde ich mal sagen für mich eindeutig mit mehr Vorteil.
00:18:40: Deine Lieblingsdialekte außerhalb des niederbayerischen.
00:18:43: Ich bin generell ein Dialektfreund.
00:18:47: Also ich finde es auch gut, wenn zum Beispiel Kabarettkolleginnen ihren Dialekt dann auch reden und das ist... Es gibt in Deutschland wirklich ganz tolle Dialekte, da rede ich selbst von denen die ich zum Teil gar nicht verstehe wie Blattdeutsch oder auch Kölsch Allgäu natürlich toll oder Bodensee.
00:19:12: Es ist, weil ich finde ein starker Dialekt also speziell der bayerische Dialekt egal aus welcher Region man verbindet damit auch gewisse Mentalität.
00:19:26: Ich glaube das ist mit Dialekten außerhalb Bayerns nicht so stark wie mit den bayerischen.
00:19:32: Ich bleibe beim Dialekt-Thema.
00:19:33: noch mal ganz kurz nachfragen.
00:19:34: Das Hochdeutsche ist ja im Endeffekt eine Kunstsprache aus dem neunzehnten Jahrhundert, die Dialekte sind deutlich älter eigentlich deutlich originärer, deutlich mehr mit regionaler Identität auch verbunden.
00:19:45: Wie nimmst du das wahr?
00:19:46: Glaubst du dass die Dialechte gerade wieder stärker zurückkommen oder passiert tatsächlich das was viele sagen sie werden in den nächsten Jahren Jahrzehnte mehr oder weniger aussterben.
00:19:57: Ich finde, dass sich generell auch immer mehr auch kulturell eine Regionalisierung stattfindet.
00:20:04: Also gerade wo jetzt im Zuge der Globalisierung und so manches nennen was mal ein bisschen unübersichtlicher wird Das sehe ich gar nicht so sehr als defensive Handlung, sondern einfach eine Besinnung auf das was einen als Region ausmacht.
00:20:25: Im Gegenteil, ich habe eher das Gefühl gerade wenn man auch schaut wie Medien drauf anspringen ob das Zeitungen, Fernsehen, Radio alle haben es schon seit Jahren wird wieder das regionalisieren.
00:20:37: weil Warum?
00:20:38: Weil je regionaler, umso greifbarer wird es für die Leute und dann reden wir über Heimat.
00:20:45: Also mit einer Struktur, die ich nicht nur haptisch und gastronomisch sondern eben auch emotional nachvollziehen
00:20:56: kann.".
00:20:56: Und jetzt natürlich die wichtigste Abschlussfrage bei einem WM-begleitenden Podcast!
00:21:01: Natürlich am Ende gibt's eine Mannschaft der bei der Weltmeisterschaft die Daumen drückt oder ist es dir komplett
00:21:06: wurscht?!
00:21:07: Da bin ich, also einer der früher viel Wettkampfsport gemacht hat.
00:21:14: Bin ich eigentlich am Ende schon so dass ich sage dieses Blöde der bessere Möge gewinnen weil im Sinne des Sports Wenn jetzt Deutschland wieder erwarten sich in irgendwas reinsteigert im positiven Sinne Und es führt dazu, dass die zum Beispiel gegen Mannschaften, die individuell definitiv besser besetzt sind wie Spanien oder Frankreich natürlich, womöglich auch Argentinien.
00:21:47: Wenn dieses Miteinander des kollektiv über das überlegende Individuum aber dies nicht schaffen ein Kollektur zu werden schlägt dann freut mir das sicher.
00:22:00: und sollte es so sein Dass die Spanier oder Franzosen vielleicht dann die deutsche Mannschaft in alle Einzelteile zerlegen, wird sicher nicht so sein dass ich Trauerwochen einlege.
00:22:15: Sondern Mensch das war sowas einem Guss.
00:22:19: Die Deutsche Mannschaft hat es nicht zusammenbracht.
00:22:21: Als FC Bayern-Fan weiß natürlich immer, der FC Bayern ist jeder deutsche Nationalmannschaft überlegen.
00:22:27: Von daher ist da die Champions League eigentlich der wahre Wettbewerb und Fußball läuft ja unter Vollklore mit interessanten Ticketsystemen wie es hier im Fankino eindrucksvoll bewiesen hat.
00:22:43: Beginn in die Nachspielzeit.
00:22:45: Welche Frage hättest du heute eigentlich gerne beantwortet, die ich aber nicht gestellt habe?
00:22:50: Weil ich die ganze Zeit diese komischen Türkei und Türkisch-Fragen gestellt hab?
00:22:53: Na was haste komische Fragen gibt's net!
00:22:58: Ich kann ja nur auf die Fragen antworten... Also auch manchmal eher Kargeantworte liefern weil es mich tatsächlich weniger betrifft als der Fragesteller ursprünglich vielleicht meint.
00:23:11: Aber ich habe da nicht dieses Sendungsbewusstsein, dass ich jetzt noch irgendwelche Botschaft unter die Leute bringen muss.
00:23:24: Wir haben sechsmal in der Woche stammtisch genug Raum um dann solche Botschaften zu platzieren so wie die anderen am Stammtischen, da mir auch ihre Botschaft nimmt und die Ohren hauen Und mehr muss da nicht sein.
00:23:36: Was werden deine Kernbotschaften, die zentral sich durch den Stammtisch ziehen?
00:23:41: Das ist ja situativ!
00:23:43: Also ich habe keine Kernbortschaften.
00:23:46: Außer das Test, was mir selber beigebracht bekommen, dass wenn es mal ein bisschen enger wird, dann hast du jetzt reicht's euch zusammen.
00:23:58: Das akzeptiere ich vollständig als Schlusswort.
00:24:01: Ihr treist echt zusammen!
00:24:02: Genau!
00:24:03: Vielen Dank fürs Gespräch, ich wünsche einen guten Auftritt und amt.
00:24:05: ganz meine Zeit.
00:24:06: Danke schön.
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