Mona Ameziane: Die marokkanische Kultur ist ein weiteres Tor, das mir offen steht

Shownotes

Mona Ameziane ist Journalistin, Moderatorin und Autorin. Ihre Mutter kommt aus dem Ruhrgebiet, ihr Vater aus Fès in Marokko, und Mona ist zweisprachig deutsch-französisch aufgewachsen, mit Arabisch als dritter Sprache, die ihr Vater ihr früh spielerisch beibrachte. In ihrem Buch „Auf Basidis Dach" erzählt sie von den Sommern bei ihren Großeltern in Marokko.

Im Gespräch mit Florian Sochatzy geht es um das Leben zwischen zwei Kulturen: über den Moment, in dem sie als Kind nicht verstand, warum man in Marokko nicht fragt, wann die Gäste wieder gehen. Über Gastfreundschaft als Haltung. Und über die Frage, was es bedeutet, in Deutschland „die aus Marokko" und in Marokko „die aus Deutschland" zu sein.

Ein EduCouch Spezial: Deutsch geht auf Weltreise Elf Folgen, elf Länder, elf Geschichten über die deutsche Sprache in der Welt — anlässlich der Fußball-WM 2026.

Eine Kooperation von EduCouch, dem Cornelsen Verlag und dem Goethe-Institut USA.

Transkript anzeigen

00:00:02: Edu-Couch, Deutsch geht auf Weltreise.

00:00:05: Elf Folgen, elf Länder und elf Geschichten.

00:00:11: Herzlich willkommen auf der Edu-couch!

00:00:14: Heute bei Deutsch auf Welt.

00:00:15: Reise mit einer Frau, deren Muttersprache das Ruhrgebiet und deren Vaterland Marokko ist – Journalistin, Moderatorin, Autorin und Expertin für was zwischen den Sprachen, Kulturen und Welten liegt.

00:00:29: Herzlichen Willkommen Mona Ameziane

00:00:33: Vielen Dank für die Einladung, schön hier auf deiner Couch.

00:00:36: Auf unserer virtuellen Couch!

00:00:38: Ja!

00:00:40: Wir fangen gleich an Mona.

00:00:41: Dein Vater ist in Marokko aufgewachsen.

00:00:44: Welche Sprache hat er da mitgebracht?

00:00:46: und ist das auch eine Sprache, die du zu deinem Leben gehört oder eher eine Sprach, die um dich herum existiert ohne wirklich deine zu sein?

00:00:55: Also genau, mein Vater ist in Marokko in Fes im Norden von Marokku geboren und dann auch aufgewachsen.

00:01:01: Bis zum Studium hat er da gelebt, hat meine Mama kennengelernt und hat dann Arabisch mitgebracht also marokkanisches Arabisch.

00:01:09: es gibt ja Hocharabisch und dann ist marokkannisches arabisch der Rija ein arabischer Dialekt den hat er mitgebracht und das französische auch weil Französisch auch Landessprache in Maroko ist.

00:01:23: beziehungsweise habe ich gerade das Gefühl, dass es ein bisschen weniger wird und gerade jüngere Generationen eher aufs Englische gehen als aufs Französische.

00:01:33: Und trotzdem waren das eben die beiden Sprachen.

00:01:36: Und dann hat er sich mit meiner Mutter darauf geeinigt, dass wir Kinder deutsch-französisch aufwachsen.

00:01:43: Das heißt französisches ist meine zweite Muttersprache.

00:01:46: Und dann habe ich irgendwann angefangen, auch ein Interesse an arabischen Schriftzeichen und so zu entwickeln.

00:01:52: Dann hat er mich auch ins Arabische so ein bisschen reingeführt, auch als Kind ganz spielerisch.

00:01:57: Und dann war ich einmal den ganz kurz abriss.

00:02:00: Dann war ich mit sechzehn ein Jahr in Marokko bin da zur Schule gegangen und hab da dann noch marokkanisch dazu gelernt wobei das bei Weitem nicht so gut ist wie mein Französisch.

00:02:11: aber es sind Sprachen die ja um mich herum Immer da waren, aber natürlich auch Teil meines Lebens sind.

00:02:18: gerade Französer.

00:02:18: Spreche ich mit meinem Papa bis heute.

00:02:20: Wir gehen dann noch mal ein bisschen rein in das Thema.

00:02:22: In deinem Buch auf Basidis Dach beschreibst du die Sommer deiner Kindheit bei deinen Großeltern.

00:02:28: und in welchen Momenten hast du da bemerkt?

00:02:30: Auf der einen Seite gehört dazu und auf der anderen Seite irgendwie auch nicht so wirklich.

00:02:37: Und welche Rolle hat Sprache auch in diesen Situationen gespielt?

00:02:42: war in ganz verschiedenen Situationen.

00:02:45: Und als Kind ist einem das gar nicht so richtig bewusst, aber je älter man wird, desto mehr rückt es dann in den Fokus was man trägt wie man sich verhält welche Fragen man stellt.

00:02:55: zum Beispiel weiß ich erinnere mich noch ganz genau an eine Situation bei meinen Großeltern war's früher immer so oder generell in marokkanischen Haushalten.

00:03:02: die Türen stehen offen Es kommen Menschen rein Nachbarn Freunde Familienmitglieder, die setzen sich.

00:03:10: Es wird Tee serviert und dann sind sie einfach

00:03:12: da.".

00:03:12: Und dann habe ich immer Papa gefragt so nach Deutschland man hier... Wann gehen die denn wieder?

00:03:17: Also wie lange sind die

00:03:18: da?".

00:03:18: Und hat er mich irgendwann so ganz eindringlich angeguckt, sagt Mona das wird nicht gefragt!

00:03:23: Die Gäste kommen und die Gästen bleiben und wenn das unsere Pläne umwirft, dann ist das in dem Moment nicht wichtig.

00:03:30: Denn was die Geste wollen und was Sie hier vorhaben es dann das was erst mal zählt.

00:03:36: Das sind so Momente in denen Ja, ich dann kurz so das Gefühl hatte okay.

00:03:40: Ich habe irgendwas was hier für alle klar ist nicht verstanden und das gab es aber natürlich andersrum auch in Deutschland.

00:03:48: Also dass sich da manche Dinge für selbstverständlich gehalten hat die ich aus Marokko kannte wenn wir dann da so vier Wochen im Sommerurlaub waren wie denn hier irgendwie seltsam waren auf einmal oder sich strenger angefühlt haben oder einfach anders.

00:04:01: Und das war der Grund weshalb ich dann irgendwann entschieden hab mich an dieses Buch zu machen weil dieses mit zwei Kulturen leben oder zwischen zwei kulturen Leben.

00:04:10: Das ist ja auch schon sprachlich was anderes, ob sie beide in meinem Leben sind oder ich irgendwie dazwischenstehe.

00:04:16: das ist schon etwas was mich sehr geprägt hat und natürlich spielt Sprache da immer eine Rolle meine Cousines und Cousins.

00:04:23: also wir konnten uns immer auf Französisch dann verständigen aber meine Großeltern zum Beispiel sprechen kein Französisches.

00:04:32: Da gab es immer eine Sprachbarriere und die haben natürlich dann auch gesehen, dass ich dann irgendwie mit Papa Arabischreiben gelernt habe.

00:04:39: Auch früh.

00:04:40: mein Opa war Lehrer und Direktor und war dann super stolz wenn ich dann da die Schriftzeichen auf einmal beherrscht habe und so.

00:04:49: Und trotzdem war's natürlich einfach immer eine Distanz und er hat dann natürlich zu der Beziehung beigetragen, wenn Großeltern und Enkelkinder nicht direkt miteinander reden können ist ja klar.

00:04:59: Jetzt im Nachhinein, wenn man da so drauf guckt, klingt das alles wie eine sehr bereichernde, sehr sinnvolle Beschäftigung mit Kultur, Andersartigkeit und Sprache.

00:05:12: Hat sich das damals auch schon so angefühlt?

00:05:14: Ich lerne hier total viel oder war es eher auch mal so...

00:05:18: Ja natürlich!

00:05:19: Also das ist ... Wenn man da im nachhineinen drauf schaut ich glaube ich kann mich gar nicht mehr an alle Momente so erinnern weil man verklärt ja Also, auch mit thirty-two fängt man schon an die Vergangenheit zu verklären.

00:05:31: Aber ich würde tatsächlich behaupten dass es in Summe bereichernder war als ärgerlich so, ne?

00:05:40: Natürlich hat sich nicht jeder Sommer im Wohnzimmer oder bei meinen Großeltern mit zehn mir unbekannten Familienmitgliedern super bereichert und toll und spaßig angefühlt.

00:05:52: aber am Ende war ich einfach in meinem Leben so oft im Land und spür das in mir, dass ich das Gefühl habe.

00:06:02: Ich gehöre da auch

00:06:03: dazu.".

00:06:03: Und es ist ein weiteres Tor was mir offen steht!

00:06:06: Ich beherrsche die Sprache, ich kenne die Kultur, ich kenn' die Religion... Mein Opa war also Basidi der eben auch Titel geben für das Buch war weil das Opa auf Arabisch heißt mein Basidi war ein extremst religiöser Mensch und mit Extrem meine ich nicht.

00:06:21: er war extrem in seinem Glauben, aber es hat eine extrem große Rolle gespielt.

00:06:26: In seinem Leben und ich habe durch ihn eine sehr sanfte, eine sehr liebevolle eine sehr tolerante Version des Islams kennengelernt die glaube ich so gewinnbringend für mich und für meine Arbeit auch als Journalistin heute ist dass ich wahnsinnig glücklich bin das sich das erleben durfte, dass ich sehen durfte wie sehr das eine Person im Leben bereichern kann und wie sehr er da sein Lebensglück rausgezogen hat.

00:06:51: Und wenn hier heute von dem Islam die Rede ist und von dem, was wirklich Extremisten, was Islamisten machen um diese Religion zu beschmutzen.

00:07:01: Da kann ich einfach mit breiter Brust stehen und sagen hey das ist nicht der Islam!

00:07:05: Der Islam ist etwas anderes und ich weiß, was der Islam aussehen kann.

00:07:10: Das macht mich auch stolz.

00:07:11: irgendwie...

00:07:12: In Deutschland wirst du gerne auch mal nach deiner eigentlichen Herkunft gefragt.

00:07:17: in Marokko bist Du dann eher Die aus Deutschland, also dort länd ich die Leute nennen.

00:07:22: Leute wie dich hab' ich nachgelesen NOSNOS oder NOS-NOS?

00:07:26: Also

00:07:27: so

00:07:28: halb, halb... Wie du mich.

00:07:29: Kaffee?

00:07:30: Halb Kaffe, halbb nicht!

00:07:31: Genau.

00:07:32: Nerv dich dieses ewige Einsortieren wollen oder hast du auch gelernt diese Situation für Dich zu nutzen und positiv zu wenden?

00:07:43: Ja, also ... Es nervt mich nicht, wobei ich immer vorsichtig bin das so heraus zu posauen.

00:07:48: Weil ich sehr gut verstehen kann dass es ganz viele Menschen gibt die das nerven.

00:07:53: man muss dazu sagen dass ich glaube ich die privilegierteste Form von Nysnis bin weil ich einerseits trotzdem irgendwie weiß gelesen bin in Deutschland Ich trage keinen Kopftuch und kein Bad offensichtliche Nachteile habe durch meine zwei Seiten oder meine zwei Kulturen im Leben.

00:08:13: Es ist auch nicht so, dass das Land, das noch in meinem Leben ein Kriegsgebiet ist und für mich mit viel Schmerz verbunden ist.

00:08:20: Das ist es auch nicht, dass meine Familie geflüchtet ist sondern mein Vater ist einfach aus Liebe.

00:08:24: dann haben sich die beiden entschieden in Deutschland zu wohnen.

00:08:27: sie hätten sich genauso gut auch Frankreich oder Marokko entscheiden können.

00:08:30: Es ist überhaupt nicht negativ besetzt.

00:08:33: und wenn mich jemand fragt, ich liebe über Marokco reden?

00:08:35: Ich bin selbsternannte Marokkobotschafterin in Deutschland.

00:08:39: Ich liebe das Land!

00:08:41: Ich freue mich immer, wenn Menschen irgendwie mit mir darüber reden wollen Kommst du aus Spanien oder was ist das da bei dir?

00:08:49: Dann ist es für mich nicht schlimm.

00:08:51: Und trotzdem glaube ich, dass es genau richtig ist, dass wir da sensibilisiert haben und immer noch sensibilisieren in den vergangenen Jahren, dass das einfach eine Frage ist die sich in vielen Kontexten auch einfach nicht gehört.

00:09:04: Ich habe da nicht so ein großes Problem mit gehabt und auch aktuell nicht.

00:09:08: Wie immer im Leben muss man differenzieren.

00:09:11: Absolut ja voll Gibt

00:09:13: es Teile deiner Persönlichkeit, die du als typisch Deutsch typisch marokkanisch bezeichnen würdest.

00:09:20: Aber das ist immer von der Innsicht heraus so schwer zu beurteilen, dass wir jetzt spannend mal Freunde und Freunde zu fragen oder auch Familie.

00:09:27: aber ich glaube es ist unumgänglich also wenn beides im Leben besteht und zwei Elternteile gibt die verschiedene Kulturen an einen Rand tragen, dass sich dann auch beides auf ein überträgt.

00:09:39: Ich glaube schon, dass ich überdurchschnittlich ... strukturiert bin für eine Marokkanerin.

00:09:46: Und das ist dann immer so das Klischee, ja die Marokkane kommen mal zu spät und so.

00:09:49: aber ich habe wirklich also... Ich hab da teilweise Treffen gehabt auch in dem Jahr in dem ich in Marokko gewohnt habe.

00:09:57: es hat mich wirklich fertig gemacht wenn ne Freundin sagt wir treffen uns um sieben Und ich sitze da um fünf vor sieben, wie das halt so ist oder sogar um sieben vor siebend.

00:10:05: Und dann rufe ich Sie kurz nach an und sage ... Ich bin schon da!

00:10:08: Ich seh Dich!

00:10:09: Ich sehe Dich schon fast!

00:10:10: Du sitzt dahinten auf der Bauer ne?

00:10:11: Und dann brauchst du immer noch eine Dreiviertelstunde und es ist normal.

00:10:18: Gleichermaßen könnte ich zum Beispiel jetzt nie... Das wirft jetzt alles ein negatives Licht auf Deutschland weil ich mir jetzt so Beispiele raussuche.

00:10:27: Das will ich gar nicht aber es ist nun mal so dass vielleicht auch wenn man in Deutschland lebt, dass man dann mehr die positiven Aspekte in Marokko sieht.

00:10:35: Aber ich könnte niemals, wenn jetzt zum Beispiel Gäste zu mir kommen und sei es eine Freundin oder so, die auch oft als Nachbarin einfach sagen ja hier ist ein Glas Leitungswasser.

00:10:45: Sondern das ist immer... Ich stelle immer eher noch Kekse hin oder mach' dann doch noch einfach auch wenn's einen Zögern ist, ich mache einfach ne Kanetehe und dann steht die da und so.

00:10:55: Und das ist ... Wenn Marokkanerinnen und Marokkana das sehen würden, würden sie sagen Boahs!

00:10:59: Bist du geizig?

00:11:00: Weil da ist halt wirklich diese überbordende Gastfreundschaft gehört zur Kultur.

00:11:04: Das wird hier als too much gesehen werden, ich fühle das auch manchmal in Marokko und dass es mir auch to much ist.

00:11:09: aber das ist einfach was was ich im Kern als eine sehr positive und herzliche Eigenschaft empfinde dieses Du gehst durch meine Tür Du bist mein Gast, du bist hier bei dir zu Hause.

00:11:21: Ich gebe dir alles was ich habe und selbst wenn ich nichts habe das vermisse ich manchmal in Deutschland und versuche das hier so ein bisschen zu übertragen.

00:11:29: aber ich glaube auch immer sehr eingedeutschen oder halb eine Nissenesversion.

00:11:35: Ja sehr schön mach unbedingt weiter damit.

00:11:38: ich finde es auch mir wahnsinnig.

00:11:39: sympathisch gibt es ja auch in anderen Kulturkreisen so.

00:11:42: Ich finde es immer Wahnsinnig schön, ich versuchte es auch immer.

00:11:46: Wir bleiben ein bisschen noch mal in dem Thema der Kulturen, in einem Artikel hast du mal geschrieben dass du dich manchmal dafür schämst zu häufig vergessen zu haben mit welchen Prinzipien und Regeln dein Vater aufgewachsen ist.

00:12:01: Und das es sich bereits weit von seiner eigenen Kultur entfernt hat und dir das trotzdem oft nicht gereicht hat.

00:12:08: Wann ist ja diese Einsicht zum ersten Mal so klar geworden?

00:12:11: Und was hat sie dann in der Beziehung möglicherweise auch verändert, dieser Einsicht?

00:12:16: Das war vor allem als Jugendliche so in dem Alter, indem man auf einmal Sachen machen möchte wo Eltern dann auch anfangen sich Sorgen zu machen und einfach Regeln feststecken müssen die oft bei Freunden von mir Weniger ein Ding waren als bei mir zu Hause, sei es also Alkohol war ein großes Thema.

00:12:38: Wenn eine sehr strenge Erziehung was Alkohl angeht wir durften nicht mal auf Geburtstagen oder so leere Flaschen in den Keller tragen oder bei so einem Straßenfest durften alle Kinder mal zappen und wir durfte nie... Also mein Vater hat sehr doll versucht und auch sehr lange uns von Alkuhl fernzuhalten und wir haben ganz lange noch Zuhause dann mit Sprite an Feiertagen angestoßen.

00:13:01: Das hat sich dann irgendwann ausgewachsen, aber es war wirklich verhältnismäßig lang.

00:13:06: oder naja wie man dann so was was dann so angeht?

00:13:12: Was man so anhört wenn man feiern geht oder ich glaube das sind auch andere Väter strenger.

00:13:15: Aber es war halt immer so dass ich so dachte Mann jetzt nimm das doch alles nicht so du weißt doch Ich bin vertrauens ich bin verlässlich und eine vertrauenschwürdige Tochter Und ich mache keinen Mist.

00:13:25: und da habe ich mir mal ein bisschen Ja, so ein bisschen ungerecht behandelt gefühlt und hab dann erst in diesem Jahr das ich in Marokko gelebt habe.

00:13:32: Da war ich sechzehn.

00:13:34: Habe ich erst verstanden wie einige Mädchen, Jugendliche, junge Frauen... da leben und aufwachsen gerade in konservativen Familien.

00:13:43: Ich habe in einer sehr konservative Gastfamilie gelebt, das war ... Da hab ich gedacht, boah, ich hatte das Liberals der Elternhaus der Welt und den tolerantesten und coolsten Vater überhaupt weil man mit meinem Papa schon immer über alles reden konnte und er einfach bei Dingen seine Haltung hatte.

00:14:03: aber ich hatte weder irgendwann in meinem Leben auch nur ein Füngchen Angst vor ihm, ich hätte immer Respekt Aber einen Respekt den ich heute als sehr, sehr gesund ansehe und für den auch sehr dankbar bin.

00:14:14: Weil ich glaube dass das auch fürs Erwachsen werden oder zum Beispiel der heutige Umgang mit Alkohol und so.

00:14:20: Ich glaube das hat er schon sehr viel richtig gemacht.

00:14:23: aber das habe ich dann erst nach und nach verstanden weil erstmal als Jugendliche in einer Pubertät und so findest du erst mal alles gemein und denkst hier ist alles viel strenger als bei anderen und die durften schon mit vierzehnmalen Bier.

00:14:33: Und im Nachhinein denkst du dir, wie dumm warum willst du mit vierzehn Bier trinken?

00:14:38: Aber ja ist ein bisschen dazugehören cool sein und auf gar keinen Fall anders sein.

00:14:43: Jetzt finde ich das anders sein eigentlich ganz cool.

00:14:47: Halbzeit auf der Edu-Couch!

00:14:49: Diese Staffel entsteht in Cooperation mit Cornelsen und dem Goethe-Institut USA.

00:14:55: Danke an die Partner, die unsere Reise durch elf Länder möglich machen.

00:15:00: Halbstzeit Ende.

00:15:05: Wir wechseln ein bisschen die Thematik, wir bleiben bei Sprache.

00:15:10: Du moderierst ja unter anderem auch die Aktuelle Stunde beruflich?

00:15:14: Sprichst du damit natürlich ein sehr klares Hochdeutsch im Rurgenbiet oder in Köln?

00:15:20: Klingt natürlich sprachlich häufig ganz anders!

00:15:23: Hast du auch unterschiedliche deutsche Stimmen in dir?

00:15:26: und welches sind es und wie gehst du da mit um?

00:15:28: Ja also mittlerweile kann ich ein sehr klares Hochdeutsch Sprechen.

00:15:33: Aber es gibt immer noch so einen kleinen Rohgebietseinschlag, zum Beispiel Klein ist bei mir eher ein KLAi als Klein.

00:15:41: Also ich spreche das sehr hart aus.

00:15:43: oder ist es dann schnell die Kirche anstatt der Kirche?

00:15:46: Das Mädchen, anscheinend das Mädchen... also ist mir dann erst in So-Sprechtraining und so klar geworden.

00:15:53: Ich habe immer schon gedacht, ich sprech Lupenrheines Hochdeutsch aber ich hab damit eine Sprechtrainerin gearbeitet habe dann mit ihr daran gearbeitet, dass es sich eben auch anders machen kann.

00:16:05: Aber ich moderiere ja vor allem für den westdeutschen Rundfunk.

00:16:09: da ist das Ruhrgebiet innerhalb von Nordrhein-Westfalen natürlich einfach ein großes Sendegebiet.

00:16:14: d.h.,

00:16:14: wenn ich in einer Nachricht von Mädchen statt von Mädchens spreche oder die Kirche im Dorf lasse und nicht der Kirche, da wird niemand aufschrecken und sagen oh mein Gott!

00:16:24: Das kann man gar nicht, sondern sehr bekannt hier dieser leichte Einschlag und ich fühle den eigentlich auch ganz, ganz charmant.

00:16:33: Möchte gar nicht los werden so.

00:16:36: Genau geht mir ganz genauso mit meinem bayerischen Anschlag, den man selbst wenn ich es wirklich probiere sichern immer noch hört.

00:16:41: aber das ist völlig okay

00:16:43: Ich find's cool.

00:16:44: also behalt ihr das auch bei

00:16:46: Hand dann nur ganz anders.

00:16:47: Aber dann wird da dass keiner mehr versteht.

00:16:49: Ja da hast du mich jetzt abgehängt.

00:16:52: Ich bin in einem sehr kleinen Dorf aufgewachsen, da gab es nur Bayerische.

00:16:56: Ich habe im Gymnasium angefangen Hochdeutsch zu lernen.

00:16:58: Also Fremdsprache...

00:16:59: Aber hattest du zwar das dann so Learning by Doing bei dir oder war das auch wirklich professionell?

00:17:06: Ne ich musste dann in der Schule zum Beispiel einen Referat auf Deutsch halten also Impffach-Deutsch auf Hochdeutsch und ich hab mich nie mehr mit so deppert gefühlt wie in diesem Moment weil quasi in der Fremdsprache dieses Referat machen musste.

00:17:21: Wow!

00:17:22: Wahnsinn.

00:17:23: Genau!

00:17:25: Ja, das ist dann nochmal ein ganz anderes... Also so... Das hatte ich zum Beispiel nie außerhalb sich in Marokko in der Schule war.

00:17:31: Da bin ich ja auch zur Schule gegangen, dass eine Jahr mit sechzehn.

00:17:34: Da war es natürlich schon so, dass der ganze Unterricht auf hoch Arabisch war und mit meinem bisschen Daddy-Jaw und Französisch kam ich da auch nicht weit und hab dann auch das eine oder andere Referat.

00:17:43: was andere dann auch hoch arabisch geführt haben habe ich eben auf Französische gehalten.

00:17:47: Da wird er natürlich noch mal klar wie anders es ist.

00:17:49: aber Auch das habe ich überstanden, genauso wie du ja anscheinend auch.

00:17:54: Ich hab's

00:17:54: überlebt!

00:17:56: Ja genau... Da

00:17:57: wir uns gerade zur Zeit mit großen Fußballturniers befinden haben wir Kategorien die mit Fußball zu tun haben und die nächste Kategorie heißt Rote Karte Und es geht um Klischees.

00:18:07: Du darfst jetzt rote Karten vergeben oder eine oder mehrere je nachdem wie du möchtest An ein Klischee über Marokko, über das Ruhrgebiet, über Köln, über die deutsche Sprache Über wen auch immer.

00:18:18: Welches Klischey kriegt von dir eine rote karte?

00:18:21: Ja, also ich glaube da würde ich in Richtung Marokko gehen weil ich wirklich so viele Menschen schon beraten habe vor ihren Reisen nach Marokco und dann natürlich immer die selben Fragen auch gestellt bekomme.

00:18:34: Und schon das Gefühl habe dass marokko Ein Land der Klischees ist in zwei Richtungen.

00:18:39: Zum einen ist es so Marokko, Gewürze und Cuscus und Kamele und Sahara und dann denke ich immer so ja gibt es aber es gibt auch noch sehr viel anderes.

00:18:49: und dann auf der anderen Seite So dieses Klischee von wo ich hab gehört, man wird immer ausgeraubt wenn man da ist und dann gibt's eine große Mafia.

00:18:56: Und die Terroranschläge von Zwei-Tausendfünfzehn waren ja auch alles Marokkaner und kann nicht als Frau überhaupt alleine hin.

00:19:02: Deswegen würde ich so ein Gesamtpaket klischees Marokko schnüren, wenn das jetzt nicht deine Kategorie hier sprengt und gegen die Regeln verstößt.

00:19:11: Weil ich da schon merke dass es da ne Menge Klischee gibt.

00:19:15: Auf der anderen Seite habe ... saß ich vor Mitschülerinnen und Mit-Schülern, vor allem mit Schülern in meiner Zeit.

00:19:22: In Marokko in der Klasse die mir gesagt haben ja in Deutschland da findet ihr alle Hitler gut so... Und dann war ich so bin ich ausgeflüppt!

00:19:29: Ich hab ein Tränen aufgelöst und habe dann da und alles was sie wussten war Ja die Nazis man kann auf den Autobahnen so schnell fahren wie man will und es gibt BMW.

00:19:39: So und das war nicht so.

00:19:40: Leute ihr habt aber Deutschland überhaupt nicht begriffen und ihr hängt da in irgendwelchen, weiß ich nicht Seriengeschichts- und so was man sich erzählt, Klischeesfest.

00:19:51: Also es gibt's auf beiden Seiten aber ich spür das einfach weil ich hier in Deutschland bin Richtung Marokko mehr.

00:19:55: Darum würde ich das total gerne loswerden und habe deswegen ja auch das Buch geschrieben, weil ich da das Gefühl hatte, da kann ichs einfach mal auf eine ganz ausgeruhte Art und Weise machen und aus meiner Sicht einfach dieses Landmal auseinandernehmen und erzählen, wie es mir so geht mit Marokko in Deutschland.

00:20:16: Und beidem zusammen so in meinem Leben.

00:20:19: Die

00:20:19: nächste Kathiruie hat natürlich auch wieder einen fantastischen Fußballtitel.

00:20:24: Sie heißt Helfmeterrunde und es gibt Blitzfragen.

00:20:27: Elfstück!

00:20:28: Ja bitte.

00:20:30: Dein Lieblingswort auf Deutsch?

00:20:31: Ich habe früher total gerne alle geschrieben... ...In Schreibschrift weil ich hab manchmal so ein Gearbeit.

00:20:40: Alles war einfach so.

00:20:43: Und irgendwie fällt mir das gerade als erstes.

00:20:45: Eines ist aber jetzt natürlich eher geschrieben, ich finde oft so süße Wörter schön, sowas wie Purzeln oder Turteln und dann auch so Wörtherdies also die man einfach schwer übersetzen kann.

00:20:57: Porzeln zum Beispiel was ist porzeln?

00:20:59: wird mich jetzt auf Französisch oder auch auf Englisch nicht so leicht findest zu übersetzen und das sind dann meist die die so einen Platz in meinem Herzen haben.

00:21:09: Welches deutsche Wort kannst du Pachtu nicht ausstehen?

00:21:13: Ich finde, wir gehen mit dem Wort Hass sehr inflationär um.

00:21:17: Aber ich hasse die erste Stunde in der Schule!

00:21:20: Ich hasse Spinat und versuche da schon seit vielen Jahren das für mich einfach so ein bisschen bewusster zu nutzen.

00:21:30: genauso das Wort müssen oder das Wort immer.

00:21:33: Ich glaube es gibt einfach Begriffe, die sich bei uns einschleichen.

00:21:38: Das ist unglaublich.

00:21:39: Es ist wirklich jetzt gerade für dich unglaublich, oder?

00:21:42: Also ich mag das gerne, je älter ich werde mehr darauf zu achten wie ich bestimmte Begriffe verwende und ob es wirklich das ist was ich jetzt gerade sagen möchte oder einfach jetzt so aus mir raus purzelt und eigentlich... ein anderes Wort besser wäre.

00:21:58: Dein Lieblingswort in der Sprache deines Vaters?

00:22:01: Ich wollte gerade klischeemäßig über die Liebe sprechen, aber ich entscheide mich jetzt doch um und nehme Küchenschürze.

00:22:09: Das ist auf Arabisch oder auf Marokkanisch heißt das Futterjlal.

00:22:15: Und das ist ein Wort, das habe ich ganz früh gelernt, FutterJlal.

00:22:20: Und da hat mein Papa mir gesagt, Mona das ist ein Wort.

00:22:22: Da konnte ich wirklich gerade mal so Hausbaum-Garten sagen als Kind und dann hat er mir das gelernt weil das war ja mit einem Vokabelbuch gelernt, da waren so Bildchen und da war eben auch Futtertischläge.

00:22:32: Und dann hat der mir gesagt Das is'n Wort, Mona!

00:22:34: Das können wirklich nur erwachsen.

00:22:36: Das i's kein Kinderwort und es was richtig besonderes dass du das kannst.

00:22:39: und ich weiß noch Ich war so stolz und hab das mir ständig vorgesagt und nie wieder vergessen seitdem obwohl jetzt auch nicht so klassisch In meinem Wortschatz wahrscheinlich wäre.

00:22:50: Uns klingt irgendwie lustig.

00:22:51: Niemand hat diese Frage bisher in dieser Staffel so schön beantwortet, finde ich.

00:22:56: Danke!

00:22:57: Wie erklärst du Deutschland in Marokko?

00:23:00: In einem Satz?

00:23:02: Gar nicht, habe ich noch nie gemacht.

00:23:03: Musste auch noch nie machen und ich hoffe, ich werde es auch nie machen müssen weil... Das ist genau so wie diese Frage nach, was ist dein absolutes Lieblingsbuch und also der beste Tag deines Lebens?

00:23:14: Erklär mal Deutschland in einem Satz.

00:23:15: Das sind einfach Sovereinfachungen die mir nie gefallen weil ich immer das Gefühl habe man wird... der Sache auf gar keinen Fall gerecht, egal was man sagt.

00:23:25: Also ich weiß nicht was für kreative coole Antworten du schon darauf bekommen hast aber ich werde dir keine geben weil ich kann Deutschland nicht in einem Satz erklären genauso wie ich Marokko nicht in einen Satz erklär'n kann außer es ist das Land in dem ich geboren bin.

00:23:38: Vielleicht

00:23:38: war das auch wieder die beste Antwort.

00:23:41: Wer weiß schon?

00:23:42: Wer weiß das

00:23:43: schon?!

00:23:44: In welcher Sprache träumst Du?

00:23:46: Deutsch!

00:23:47: Ich glaube, es gab eine ganz kleine Zeit in der ich auf Französisch geträumt habe als ich da in Marokko gelebt habe und wirklich fast ausschließlich Französische gesprochen habe.

00:23:55: Aber da war's auch eher so, dass ich dachte, oh, war das ein französischer Traum?

00:24:00: Oder möchte ich gerade, dass es einer war?

00:24:02: Konnte mich nicht so richtig dran erinnern aber – neunneinzig, neun Prozent der Fälle Deutsch!

00:24:08: Ruhegebiet oder Marokco, wo schmeckt der Kaffee besser für dich?

00:24:11: Nirgendwo, ich habe in meinem Leben bisher eine einzige Tasse Kaffe getrunken Und danach so ein Herzkasper bekommen.

00:24:19: Ich bin absolut keine Kaffee-Tränke, Rena, aber du kannst mir die Frage ja nochmal mit T stellen!

00:24:24: Und T so?

00:24:25: T hundert Prozent Marokko.

00:24:27: Marokco lebt ja quasi Badet in Marokkanisch am Münster.

00:24:32: Genau und der ist in Maroko deutlich, deutlich besser.

00:24:37: Aber da tut man jetzt im Ruhrgebiet auch unrecht weil das einfach hier kein National getränkt wird.

00:24:42: Das

00:24:42: muss ich mal auch so sagen... Welche Sprache würdest du noch zu deinen dreieinhalb fließenden Sprachen lernen?

00:24:48: Das hast du mal so geschrieben, wenn du morgen anfangen müsstest bzw.

00:24:52: dürftest.

00:24:52: Ich glaube Spanisch weil ich wirklich das Gefühl habe oder es ist ja einfach auch Fakt dass eine Sprache einem Türen öffnet und ich dann einfach nach denen die ich jetzt habe schauen würde welche Sprache öffnete mir auf dieser Welt die meisten Tünen?

00:25:08: und da ist man mit Spanischen glaube ich ganz gut dabei weil man in der große Fläche abdeckt.

00:25:13: Plus es klingt einfach wunderschön, aber ich war jetzt auch in Italien, auch italienisch.

00:25:17: Wunderwunderschönen!

00:25:18: Aber erster Impuls, ich bleibe dabei spanisch.

00:25:20: Ich blockiere

00:25:21: mich zwischen Italienisch und Spanisch seit Jahren weil ich mich nicht entscheiden kann welches mehr will und jetzt lerne ich beides nicht.

00:25:28: Das ist wirklich...

00:25:29: Auch nicht gut?

00:25:29: Nicht gut.

00:25:30: Ich habe einmal einen A-Einskurs spanish besucht an der Uni.

00:25:34: also man konnte einfach so site Fächer noch belegen und dann hatte ich irgendwie den Ehrgeiz, aber da habe ich auch wieder gemerkt was für ein Geschenk das ist eine Sprache zu lernen ohne sie zu lernen.

00:25:44: Nämlich Quargeburt einmal noch ne zweite dazu zu bekommen weil Sprache lernen unfassbar viel Zeit fordert und Mindset fordert.

00:25:57: Und das Beides hatte ich dann nicht Aber kurz den Versuch gestartet und vielleicht machen wir zusammen mal einen Spanisch Kurs.

00:26:05: nochmal

00:26:06: Alles klar, das nehme ich jetzt mal so mit.

00:26:09: Buch, Radio oder Fernsehen?

00:26:11: Wo fühlst du dich auch sprachlich am meisten zu Hause?

00:26:15: Glaube tatsächlich obwohl Radio das ist was ich in den vergangenen Jahren am meisten gemacht habe würde ich mich fürs Buch entscheiden weil... einfach alles, was ich heute mache vom Schreiben aus kam.

00:26:27: Ich habe als Kind wahnsinnig viel und gerne geschrieben.

00:26:30: Ich hab jetzt so alte Tagebücher hier von mir gefunden vor ein paar Tagen bei meiner Oma auf dem Dachboden.

00:26:35: Hab gedacht wieviel Zeit hab' ich denn reingesteckt?

00:26:38: Einfach mein Leben aufzuschreiben, wann ich geduscht hab und mit wem ich mich getroffen hab'.

00:26:42: Ich glaube es war aber einfach nur meinen Weg irgendwas zu schreiben weil ich da noch nicht wusste worüber.

00:26:46: Also habe ich einfach mein Leben alles igale Sachen, aber man hat da schon gemerkt ich hatte viel Spaß.

00:26:53: Dann habe ich es kurz verloren und vergessen und dann jetzt durch das Buch wiedergefunden.

00:26:58: und jetzt kommt im Oktober schon das nächste und das übernächst ist auch schon in der Mache.

00:27:03: also ich merke dass das schreiben was ist wo ich immer mehr wieder hin zurück finde und das ist glaube ich so des original Sprachrohrs was zu mir gehört.

00:27:14: Vorletzte Frage in der Elfmeter Runde ein Ort der für dich Heimat bedeutet

00:27:19: Also wahrscheinlich der Ort, in dem ich geboren bin.

00:27:22: Mal im Ruhrgebiet.

00:27:24: Gleichermaßen aber auch... ...der Ort an dem meine Oma also wo Basidis Dach ist.

00:27:30: Das Haus meiner Großeltern.

00:27:32: Fes in Marokko das sind so meine... Meine Orte, an denen ich wirklich sagen würde.

00:27:39: Das Heimat wobei ich auch diesen... Also ich nutze das Wort Heimat eigentlich gar nicht so gerne und so viel.

00:27:44: Ich sage immer eher zu Hause Und Zuhause ist auch mittlerweile Köln.

00:27:48: Und Zu hause wäre auch wahrscheinlich wenn meine Eltern jetzt woanders hinziehen würden.

00:27:52: dann würde ich auch sagen bei denen fühle ich mich zu Hause und das haben wahrscheinlich auch schon viele geantwortet.

00:27:57: Es ist dann am Ende sind es doch Personen Aber Wenn's Orte wären werden's Mal-und-Face.

00:28:01: Jetzt kommt die alles entscheidende Die wirklich wichtigste Frage von allen Welcher Mannschaft drückst du bei der...

00:28:08: Marokko!

00:28:09: Jetzt

00:28:11: muss man natürlich sagen, zum Zeitpunkt dieser Aufzeichnung am zweiten Juli mittags ist die deutsche Mannschaft natürlich auch schon ausgeschieden.

00:28:18: Muss man vieraweise sagen, Baroko hat gegen die Niederlande gerade geschlagen und es weitergekommen aber nevertheless war's davor auch so, korrekt?

00:28:25: Ja also es macht mir jetzt wirklich gerade einfacher dass Deutschland jetzt raus ist.

00:28:30: Aber wenn ich ganz ehrlich zu mir bin, hätte ich, wenn beide noch drin wären einer von beiden die Daumen drücken müssen wäre es Marokko gewesen weil ich sehe wie sehr dieses Land gerade im Zuge dieser Weltmeisterschaft.

00:28:45: aufblüht, was die Menschen für eine Euphorie, für eine Freude haben.

00:28:50: Also es ist wirklich ein Raunen und ein einziger großer Jubel der durch Marokko geht und auch ging als sie bei den letzten WM dann vier Tage worden sind.

00:29:01: Und das war also.

00:29:02: ich habe meinen Vater noch nie so erlebt.

00:29:03: Ich hab alle Marokkanerinnen und Marokkana so noch nie erlebt und habe mich da so von anstecken lassen.

00:29:08: Das fällt natürlich irgendwie leichter oder macht mir noch mehr Freude.

00:29:12: beinahe Nation die einfach ganz, ganz viele Jahre im Nirwana Fußball gespielt hat und jetzt sich so nach vorne spielt und auch so viele Herzen gewinnt.

00:29:22: Und es gibt so viele schöne Zeitgeschichten rund um die marokkanische Mannschaften, total sympathisch ist und ich drücke denen so die Daumen.

00:29:32: Das Problem ist, ich fliege jetzt in den Urlaub und komme am neunzehnten Juli zurück wenn das Finale ist und bin dann gerade in der Luft, wenn das Final ist.

00:29:40: deswegen weiß ich nicht was ich dann mache, wenn Marokko wirklich ins Finale kommt... Ich habe es sogar schon geguckt ob ich den Flug vielleicht verschieben kann aber ganz klein

00:29:48: bisschen Gänsel

00:29:49: haut?

00:29:49: Ja ja ich auch!

00:29:51: Also dass dann Wenn es soweit ist, werde ich auf jeden Fall Maßnahmen ergreifen.

00:29:58: Das geht nicht und das Marokko Trikot ist auch schon im Koffer.

00:30:02: also da auch wenn ich kaum Fußball in Blut habe ist das auf jeden fall jetzt dann der Moment wo's kocht auch in mir.

00:30:11: vorletzte kategorie abseits.

00:30:13: da stellen wir ein bisschen abseitigere Fragen offensichtlich und die lautet folgendermaßen Stell dir vor, ab morgen läuft unter dir egal ob im Studio oder auf der Lesebühne permanent ein Live-Untertitel, der nicht das anzeigt was du sagst sondern das was du denkst.

00:30:31: In welchen Situationen deines Berufslebens würdest du direkt nach dem Stecker tasten?

00:30:41: Das ist eine sehr abseitige aber auch ganz tolle Frage.

00:30:45: ich finde dass ja wenn man so vor allem vor der Kamera moderiert oder auch einfach so sitzt, zum Beispiel in der Talkshow oder so.

00:30:54: Ich finde das wirklich immer irre was im Kopf abgeht und was man oder was ich nach außen hin ausstrahle.

00:31:00: Ich habe schon so oft echt danach ernsthaft ohne jetzt so... Ohne jetzt irgendwie hinterher hören zu wollen es war toll oder so hab' ich dann zu Hause angerufen hab gesagt ihr braucht euch die NDR Talkshow heute Abend nicht angucken.

00:31:12: Es war furchtbar!

00:31:13: Und dann Da guck ich es mir selber an und denkst, die Leute haben ja gar nicht mitbekommen was in meinem Kopf abgeht.

00:31:19: Sondern nur das, was ich sage.

00:31:21: Also da ist dann... Ich gerate oft im Kopf in so ein Wirrwahr ausgedanken, was sich versucht zu sortieren Und hab dann das Glück dass es oft sortiert herauskommt und ich jetzt auch keine Flecken bekomme oder anfangen zu stottern oder zu schwitzen oder so.

00:31:37: Das ist irgendwie so ein Angeborenes Supertalent Dass man mir Nervosität nicht ansieht.

00:31:41: Aber im Kopf geht einiges ab.

00:31:44: Fast immer, wenn eine Kamera auf mich gerichtet ist und ich irgendwie frei reden muss.

00:31:49: Dann wäre es schön, weil es wäre auch sehr verwirrend.

00:31:52: Es wird auch keiner richtig checken.

00:31:54: Deswegen ist es für uns alle besser, wenn ich da den Stoppknopf drücke.

00:31:58: Immer!

00:32:00: Ja einfach immer!

00:32:01: Letzte Frage Nachspielzeit.

00:32:04: Welche Frage habe ich dir heute nicht gestellt?

00:32:07: Die du aber gerne beantwortet hättest?

00:32:08: oder anders formuliert was sind die Themen, intensiv beschäftigen oder interessieren, die wir aber einfach gar nicht besprochen haben heute.

00:32:17: Also da ihr euch ja hier ganz viel mit Sprache beschäftigt habe ich gedacht sprechen wir vielleicht auch noch so über Sprache in Marokko weil das lohnt sich total auf für alle die zuhören die offensichtlich dann sprach interessiert sind wenn ihr euch da mal ein bisschen reinfuchst.

00:32:32: marokko hat halt einfach die Besonderheit dass da ganz viele Sprachen zusammenkommen nicht nur wie ich jetzt erwähnt und französisch, sondern auch noch tamasiert.

00:32:43: Also im Slang seit Jahren berbisch genannt oder von dem Berber gesprochen aber das ist überholt mittlerweile sind es die Ermasier und Tamasiert ist die Sprache Marokko.

00:32:55: Ich glaube, also ich weiß nicht ob die Zahl noch hundert Prozent stimmt aber es sind so.

00:33:00: Vierzigfünfundvierzig Prozent der Menschen in Marokko sind tamasiert und deswegen fließen da ganz ganz viele verschiedene Dialekte geschichtlich und historisch zusammen in diesem Land Und auch das bringt natürlich eine wahnsinnige Vielfalt mit die Kulturell, die aber über die Sprache kommt.

00:33:18: Das ist was, was ich allen noch mitgeben würde.

00:33:20: Wenn ihr euch für Marokko interessiert oder wenn ihr auch mal hinfahren wollt es ja jetzt wirklich ein nahes Reiseziel und auch wirklich wirklich wunderschön dann ist das so'n Aspekt, mit dem es sich lohnt sich mal auseinanderzusetzen weil es dass nicht in so vielen Ländern gibt Und ich das ganz spannend finde Weil wenn wenn wenn einmal sehr vor mir sitzen.

00:33:39: Ich verstehe kein kein Wort im eigenes Alphabet und das is eine Sprache die so anders ist als arabisch und trotzdem es ist so eine coexistenz, die historisch auch nicht unschwierig war.

00:33:51: Und auch bestimmt in Teilen des Landes immer noch ist.

00:33:55: aber das gehört einfach alles zu Marokko und diese Vielfalt, diese Kontraste im Land, die nicht zuletzt dann eben da auch enden finde ich hochspannend.

00:34:04: Liebe Mona!

00:34:04: Ich bedanke mich herzlich für dieses überaus spannende Gespräch und wünsche dir weiterhin viel Freude als Wandernde zwischen den Kulturen.

00:34:13: Vielen Dank, es war richtig schön.

00:34:15: Ich hoffe... Wem drückst du denn jetzt die Daumen bei der WM?

00:34:18: Ah!

00:34:18: Ich habe meine Fußballfreude irgendwie von ein paar Jahren irgendwo verloren.

00:34:22: ich weiß nicht wo Es ist mir inzwischen wirklich völlig egal.

00:34:25: Okay aber dann kannst du ja auch für Marokko die Daume drücken Bevor du sie gar nicht drückts, drück sie doch für Maroko.

00:34:32: Ich

00:34:32: finde da du die erste bist, die mich danach fragt dass ich ob ich das tun könnte würde ich jetzt sagen Ja ab jetzt ist es Marokku Warum auch

00:34:41: nicht Fantastisch?

00:34:42: Ja eben, ist so ein tolles Land tolle Menschen.

00:34:46: Danke für den Tipp!

00:34:47: Ich danke dir!

00:34:50: Und eine gute Zeit, ciao!

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