Liana Konstantinidou: Der Mythos vom Schlüssel zur Integration
Shownotes
Liana Konstantinidou konnte Goethe im Original lesen, bevor sie wusste, wie „Bügeleisen" auf Deutsch heißt. Diesen Moment beschreibt sie in der neuen Folge unserer WM-Sonderstaffel: in einem Supermarkt, frisch in Deutschland, auf der Suche nach einem Wort, das in keinem ihrer Literaturseminare vorkam. Da wurde Deutsch für sie von einer Schulsprache zur Sprache des Alltags. Geboren in Thessaloniki, kam sie über Bochum und Fribourg in die Deutschschweiz. Heute forscht sie an der Zürcher Hochschule für Angewandte Wissenschaften und bildet angehende Sprachkursleitende aus. Im Gespräch mit Florian Sochatzy hinterfragt sie eine Metapher, die wir alle kennen: Sprache sei der Schlüssel zur Integration. Als Linguistin sagt sie, Sprache ist wichtig, aber nur einer von vielen Faktoren. Wer sie zum alleinigen Schlüssel erklärt, macht es sich bequem und schiebt die Verantwortung dorthin, wo sie nicht hingehört. Ein Gespräch über Mehrsprachigkeit, über Hochdeutsch und Dialekt und über „Philotimo", ein griechisches Wort, das im Deutschen fehlt. Eine Kooperation von EduCouch, dem Cornelsen Verlag und dem Goethe-Institut USA.Transkript anzeigen
00:00:02: Die heutige Folge der Edu-Couch aus der Schweiz.
00:00:15: Mit einer Germanistin aus Tessaloniki, die entwegt durch Bochum und Fribourg in die französischsprachige Schweizgenommenheit und heute an der Zürcher Hochschule für angewandte Wissenschaftler forscht was Deutsch lernen eigentlich mit den Menschen so macht.
00:00:29: Wir reden über die Sprache, die in der Schweiz auf Hochdeutsch unterrichtet, auf Schweizer Deutsch gelebt und von Migrantinnen und Migranten täglich neu erkämpft wird.
00:00:40: Herzlich willkommen auf der Edu-Couch Liana Konstantinidou!
00:00:44: Vielen Dank, danke für die Einladung!
00:00:46: Frau Konstantino, Sie sind in Griechenland geboren und haben dort Germanistik studiert also Deutsch als Fremdsprache schon im Studium gewählt.
00:00:55: können sich an den Moment erinnern in dem Deutsch für sie aufgehört hat, eine Schulsprache zu sein und angefangen hat etwas anders zu werden möglicherweise.
00:01:07: Ich kann mich sehr gut an diesem Moment erinnern weil es war ja auch ein bisschen ein peinlicher Momente oder ein schmerzhafter Momente.
00:01:15: ich erinnere mich es war während meines zweiten Aufenthaltes in Deutschland in Bochum schon wo ich studiert habe wo ich den Master gemacht habe.
00:01:26: Mir ist es bewusst geworden, dass ich konnte zwar die Werke zum Beispiel von Goethe und Schiele in einer wunderschönen Bildungssprache analysieren.
00:01:37: Aber mir fällt die Alltagssprach er.
00:01:39: Ich erinnere mich konkret – das waren den ersten Tagen und ich war in einem größeren Supermarkt und wollte einen Bügeleisen kaufen.
00:01:48: Und ich hatte keine Ahnung wie Bügelesen heißt auf Deutsch!
00:01:53: Und damals hatten wir auch keine Smartphones.
00:01:57: damit ich schnell zugreifen kann.
00:01:59: Und dann ist es mir bewusst geworden, okay die Alltagssprache fällt mir und ab dem Moment.
00:02:06: und langsam ist an Deutsch eine andere Sprache geworden als seine Schulsprache.
00:02:10: Es war plötzlich die Sprache des Alltags, das Kommunizieren, des Studierens weiter China natürliche aber die hatte dann eine andere Relevanz in meinem
00:02:19: Leben.".
00:02:20: Bei
00:02:20: Goethe kommt das Wort Bügeleisen einfach nur sehr selten vor Muss man klar so sagen.
00:02:25: Ja, das ist so!
00:02:26: Sie haben ja wie sie gesagt haben in Bochum studiert und dann in Fribour promoviert, in Bühl unterrichtet also Deutsch in einer französisch-sprachigen Schweizer Region gelehrt.
00:02:36: Also Sie kennen das Deutsche aus drei verschiedenen Perspektiven Aus der Sicht der griechischen Studentin Der deutschen Universität Und der mehrsprachige Schweiz.
00:02:49: Welche dieser drei Perspektiven hat sie am meisten überrascht?
00:02:52: Wo waren die größten Lücken zwischen dem Deutsch, das Sie gelernt haben und dem was Sie vorgefunden haben.
00:02:57: Ich glaube als Studentin in Griechenland habe ich eben die deutsche Sprache eher als eine Qualfahr genommen.
00:03:06: Es war nicht einfach, die komplizierten Fachbücher zu verstehen.
00:03:10: Fällt damals die maschinelle Übersetzung natürliche und ich musste kämpfen um diese Sprache zu erwerben, die man sonst nicht so wirklich hört denn es ist anders wie die englische Sprache.
00:03:21: Aber
00:03:23: was waren die Motivationen?
00:03:25: Warum haben sie denn Deutsch gelernt?
00:03:29: Ja das ist eine gute Frage eigentlich.
00:03:33: Ich glaube, ich wollte immer eine Philologie studieren oder Journalismus.
00:03:38: Ja, ich würde sagen... Durch das Studium der deutschen Sprache hat man mehr Chancen in Griechenland auf dem Arbeitsmarkt.
00:03:44: Einerseits hat man die Perspektive des Lehrens, der deutschen sprach in einer griechischen Schule aber durch den Tourismus oder auch durch die wirtschaftliche Beziehungen mit Deutschland erhöhen sich die Chancern auf dem Arbeitsmarkter und es war auch sicher eine Motivation.
00:04:01: Es ist auch so dass meine Familie ein Bezug zu Deutschland hatte.
00:04:04: wie viele Familien aus Nordgriechen landen die ersten damals sogenannten Gastarbeiter.
00:04:13: Und deswegen habe ich angefangen, eine deutsche Sprache und Phthalologie zu studieren.
00:04:18: Um noch weiter wegzukommen... Ich war gerade vor zwei Wochen in der Nähe von Lefkass.
00:04:22: Da ist es tatsächlich genauso.
00:04:24: Jetzt klammer zu, klammar zu Motivation Deutsch.
00:04:27: Wir gehen zurück zur originalen Frage.
00:04:30: Wo waren diese unterschiedlichen Perspektiven auf das Deutsche?
00:04:33: Sie haben angefangen mit In Griechenland als Studentin.
00:04:37: Wie gesagt, also die hat mich gequält.
00:04:40: Die deutschen Sprache insbesondere während des Studiums.
00:04:43: es gab sehr komplexe Fachbücher, die literarischen Werke, die deutsche Literaturgeschichte.
00:04:50: ich kann mich immer noch an dieses dicke Buch erinnern.
00:04:54: Ich würde sagen, gefühlt verstand ich die Hälfte der Wörter nicht.
00:04:59: Und die maschinelle Übersetzung fehlte damals.
00:05:02: Also es war wirklich viel Arbeit schon mal zu verstehen was das steht und das dann wirklich zu vertiefen und zu erarbeiten.
00:05:09: Dann ging ich nach Deutschland und für mich war dann eben die deutsche Sprache eine Sprache die Welt eröffnet.
00:05:16: Ich habe so viele neue Perspektiven kennengelernt, Menschen aus unterschiedlichen Kulturen.
00:05:23: Mein Studiengang war damals sehr international und für mich war ein bisschen die deutsche Sprache wie der Schlüssel zur Welt.
00:05:32: Und dann ging ich in die französische Sprache.
00:05:35: geschweiz Beziehungsweise.
00:05:37: der Kanton Freiburg ist ein zweisprachiger Kanton, aber offiziell in der Praxis funktioniert es nicht richtig so und die Stadt ist mehrheitlich französisch sprachisch.
00:05:53: Auch die Orientierungsschule, an der ich unterrichtet habe.
00:05:56: Es war eine französischsprachige Schule und dann war es mir plötzlich bewusst dass eben die deutschen Sprache, die mir die Welt eröffnete, plötzlich nicht reichte in der mehr sprachigen Schweiz und habe dann angefangen Französisch zu lernen, relativ intensiv aber ganz anders als Deutsch.
00:06:13: Also Deutsch hab ich wirklich sehr gesteuert gelernt ziemlich Alltags- und Weltfremde Und Französis war relevant von Anfang an für meinen Alltag und habe ich sehr viel auch ungesteuerd gelernt also ganz anders.
00:06:30: Wie gehen Sie denn heute in Ihren Kursen damit um, dass das Hochdeutsch aus Ihrem Kurs im Schweizer Alltag vielleicht nur die halbe Miete ist?
00:06:40: Wie thematisieren Sie das?
00:06:42: Ich muss sagen ich unterrichte nicht mehr Deutsch-Hausfremd oder Zweitsprache.
00:06:47: Ich bereite angehende Kursleiten bevor also in meinem Seminarenvorlesungen und in Workshops für Lehrpersonen Ist es mir wichtig, dass wir den Kurs teilnehmen, die in der Deutsch-Weits-Deutsch lernen?
00:07:06: Dass wir ihnen auch Strategien mitgeben für diesen Umgang mit der Deglocisituation.
00:07:12: Eine Strategie kann zum Beispiel sein, dass sie die Kommunikationspartnerinnen und Partner bieten Hochdeutsch zu sprechen oder, dass sie zum Beispiel bei einer Fernsehsendung die Untertitelung aktivieren.
00:07:28: Das ist auch eine Strategie und für diese bieten Hochzeit zu sprechen.
00:07:33: Es braucht auch ziemlich viel Selbstwirksamkeit und das müssen wir mitgeben.
00:07:40: In gewissen Kontexten vor allem in berufspezifischen Sprachkursen ist es wichtig, dass wir rezeptiven Fertigkeiten im Dialekt eigentlich im Plural fördern.
00:07:55: Nämlich eben das Verstehen des Dialekts, aber insgesamt ermutige ich die Kursleiterin das Gefühl den Kursteil nehmen, das Gefühl zu geben es ist völlig okay dass sie kein Dialekt sprechen und dass Sie keinen Dialekt sprachen müssen sondern dass Sie mit diesem Dialekt umgehen.
00:08:21: Es klingt wie ein sehr sinnvoller Rat, weil Dialekte zu erlernen ist nochmal sehr viel meiner Wahrnehmung und noch mal sehr viel komplexer in der Aussprache als die Hochsprachen.
00:08:34: Also ich habe zum Beispiel noch niemand getroffen, der im Erwachsenenalter dann akzentfrei bayerisch gelernt hätte also ist mir noch nicht untergekommen.
00:08:43: Sie forschen viel zu beruflicher Integration, also konkret auch zur Frage, wie geflüchtete Menschen über Sprache in den Arbeitsmarkt kommen.
00:08:52: Was sind denn da die häufigsten Irrtümer, denen Politik und Öffentlichkeit zum Thema Sprache und Integration aufsetzen?
00:09:01: Eine spannende Frage!
00:09:05: Die Politik und die Offentlichkeit bezeichnen sehr häufig die Sprache als Schlüssel zur Integration – wahrscheinlich kennt sich dieser Metapher Und als Linguistin bin ich die letzte Person, die sagen würde, meine Sprache ist nicht wichtig.
00:09:16: Doch die Sprache isst wichtig aber sie ist eine der vielen Faktoren, die zur Integration und zur beruflichen Integration beiträgt.
00:09:26: Es ist deshalb sehr schwierig in quantitativen Studien die Wirkung der Sprache zu isolieren.
00:09:32: also Politikerinnen und Politiker würden am besten hören Der Sprachkurs hat dazu geführt dass Person X an Arbeit gefunden hat.
00:09:41: Aber diese Solches Losfolgerungen können wir Ihnen nicht anbieten, weil es sehr viele andere Faktoren gibt wie zum Beispiel Resilienz, als Persönlichkeitsmerkmal.
00:09:54: Motivation dann das Berufsfeld Fachkräftemangel die Diplomannerkennung strukturelle Rassismus.
00:10:02: war die Person lange außerhalb des Arbeitsmarkts?
00:10:05: hat sie ein Netzwerk in der Schweiz oder nicht?
00:10:08: und es sind so viele Faktoren dass wir diese Wirkung der Sprache nicht isolieren.
00:10:13: können.
00:10:13: uns sagen Ja, es war die Sprache.
00:10:16: Aber natürlich indem die Politik die Sprach als Lüssel zur Integration bezeichnet macht sie sich das auch ein bisschen gemütlich.
00:10:23: und bequem weil Sie kann sagen ja wir haben Sprachkurse angeboten.
00:10:29: wenn die berufliche Integration dann nicht gelingt Dann liegt er in die Verantwortung bei den geflüchteten Personen oder bei den Migranten-Migranten.
00:10:39: aber so einfach ist das nicht da.
00:10:41: Häufig ist es ja dann doch ein bisschen komplexer als das, was Politik und Öffentlichkeit hören möchten.
00:10:48: Trotzdem in diesen Faktoren die sie gerade genannt haben, es klang trotzdem so wie im Top Drittel der Sprache schon auf jeden Fall auch verankert also dass Erlernen einer Sprache ist eine relativ wichtige Kompetenz um in einen Arbeitsmarkt zu integrieren zu werden oder?
00:11:06: Es ist eine wichtige Kompetenz, die Sprachkompetenz.
00:11:09: Also ein wichtiger Faktor aber nicht der Einzige.
00:11:12: und ob der wichtigste ist oder in den Top-Trei oder so das kann ich wirklich nicht sagen.
00:11:17: Ich glaube es auch sehr kontextabhängig sind.
00:11:20: Sie haben zudem auch zu Gender und Diversität im Dattsunterricht geforscht wie ich das gesehen habe.
00:11:26: wenn in einem kurzen Menschen mit ganz unterschiedlicher Herkunft Bildung und Geschlechterrollen zusammensitzen Lernen dann wirklich alle das Gleiche in so einem Kurs?
00:11:36: oder zeigt sich da, was man als Außenstehender auch erst mal gar nicht vermuten oder sehen würde?
00:11:41: Ich würde sagen, in keinem Kurs lernt man das gleiche.
00:11:46: Also so homogen sind wir auch außerhalb des Deutschkurses nicht.
00:11:52: Wir haben alle unterschiedliche Voraussetzungen und auch unterschiedliche Deutungsmuster d. h., die dem gleichen Input erhalten.
00:12:04: Diese Deutungsmuster, die wir haben, die unterschiedlich sind, führen dazu, dass wir die Welt um uns herum unterschiedlich interpretieren und aber das Ziel des Deutschunterrichts ist auch nicht, dass zu einer Homogenisierung kommen.
00:12:23: Es geht eigentlich vor allem, wir streben eine Diskursfähigkeit an so dass es eine Basis gibt für Aushandeln zum Beispiel von Werten oder auch Normen und Routinen in unterschiedlichen kleinen Gemeinschaften.
00:12:39: Ich würde gar nicht von Nationen sprechen, sondern wirklich von kleinen Gemeinstaften sei es jetzt in der Nachbarschaft oder im Freundeskreis oder in einem beruflichen Kontext.
00:12:54: Also eigentlich nein, wir lernen nicht alle das Gleiche trotz des gleichen Inputs.
00:13:01: Wir interpretieren das unterschiedlich und es ist gut
00:13:03: so.".
00:13:06: Halbzeit auf der Edu-Couch.
00:13:08: Diese Staffel entsteht in Kooperation mit Cornelsen und dem Goethe-Institut USA.
00:13:14: Danke an die Partner, die unsere Reise durch Elfländer möglich machen!
00:13:22: Wie wir schon erfahren haben, haben sie selber als junge Frau Deutsch gelernt.
00:13:27: Nicht in Deutschland sondern wie gesagt in Tessaloniki mit allem was dazugehört Dativ Genitiv Artikel abstruse Pluralformen das ganze Programm
00:13:34: Ja
00:13:35: Was raten sich heute Lernern vor dem Hintergrund ihrer eigenen Erfahrung?
00:13:41: Wir hatten es vorher als Begriff die Schlüssel in die Sprache
00:13:45: Also... Herzschlag.
00:13:49: Also auf jeden Fall, sie sollen sich nicht von der Form hemmen lassen.
00:13:54: also die Kommunikation ist das Wichtigste.
00:13:56: Es ist egal ob das Verb in der Endposition ist.
00:14:01: es ist egal Ob das Dativen fällt.
00:14:04: Sie werden verstanden und das darf sie nicht demotivieren.
00:14:08: Ich weiß es wirklich Es ist eine Sprache die ich lange gelernt habe aber nicht gesprochen haben weil alle diese Regeln mich total gehemmt haben.
00:14:18: Und die Sprache muss man anwenden, so bekommt sie auch dann eine Relevanz.
00:14:23: Sehr gut!
00:14:24: Da das ganze was wir hier machen ja in diesem Kontext der Fußball-Weltmeisterschaft reisen wird durch die Weltmeisterschaftsländer und schauen was Deutsch in diesen Ländern macht, haben wir die Kategorie Rote Karte Klischee Check.
00:14:39: Sie dürfen also jetzt eine oder mehrere rote Karten vergeben an ein Klischee Zum Beispiel über die Schweiz oder das Schweizerdeutsche, oder über Linguisten.
00:14:50: Oder über Griechenen, die in der Schweiz Karriere machen.
00:14:54: Sie dürfen sich das frei aussuchen?
00:14:55: Was bekommt von Ihnen eine rote Klischee-Karte?
00:15:01: Die erste rote Karte werde ich vergeben für den Satz Alle Menschen in der schweiz sind reich.
00:15:09: Das stimmt wirklich nicht.
00:15:14: Dann die zweite, eine linguistische Komponente.
00:15:18: Dass die Schweizer Standardsprache oder der sogenannten Schweizer Hochdeutsch gegenüber der deutschländischen Standardsprachen minderwertig ist.
00:15:29: Das ist das auch nicht so.
00:15:31: Die deutschen Sprache ist eine Plurizentdisseresprache und es ist okay wenn das Hochdeutz in der Schweiz nicht so klingt wie das Hoch-Deutsch in Deutschland.
00:15:41: Das heißt, dass es minderwertig ist da.
00:15:45: Und dann für die Lingüisten und Linguisten... Also es herrscht ein bisschen der Einstellung, dass Linguistinnen und Lingüisten nicht unternehmerisch denken, das stimmt auch nicht.
00:15:56: Auch Rote Karte!
00:15:58: Und die vierte Rote-Karte fürs Klischee mit dem ich jetzt während der Wirtschaftskrise ziemlich häufig konfrontiert war hier im Ausland, dass Griechen und Griechien weniger arbeiten und faul sind.
00:16:11: Auch nicht, und dafür gibt es auch Statistiken.
00:16:13: Gott sei Dank wurde das gesagt.
00:16:15: Das muss wirklich gesagt werden!
00:16:17: Die nächste Kategorie heißt Elf Meter Runde, sprich elf Blitzfragen mit der Bitte um kurze Beantwortung.
00:16:25: Ihr Lieblingsdeutsches Wort?
00:16:28: Mein Lieblungs-Deutsches-Wort?
00:16:31: Sinnhaftigkeit... Ich habe das jetzt ziemlich spontan beantwortet.
00:16:35: Sehr
00:16:35: gut aber ich mag das.
00:16:36: Sinnhaftigkeit, wow, muss ich darüber nachdenken.
00:16:40: Welches deutsche Wort können Sie nicht ausstehen?
00:16:42: Eigenverantwortung.
00:16:43: Aber es hat nicht mit der deutschen Sprache zu tun, sondern mit dem Kontext in diesem Leben.
00:16:48: In welcher Sprache träumen sie in der Regel?
00:16:52: In allen Sprachen die ich in meinem Repertoire habe weil ich jede Sprache wirklich mit deiner Person verbinde und das wechselt automatisch.
00:17:02: Was erklärt die Schweiz in einem Wort?
00:17:05: Darf ich drei?
00:17:07: unbedingt
00:17:07: gut funktionieren das System
00:17:10: Schweizerdeutsche oder Hochdeutsch?
00:17:11: Was klingt für Sie mehr nach Heimat?
00:17:13: Also ich würde sagen, nach so vielen Jahren in der Schweiz.
00:17:17: Schweizer Hochdeutzschweizer Standardsprache
00:17:20: Griechisch Deutsch Französisch Englisch.
00:17:22: Welche dieser Sprachen würden sie am wenigsten gerne verlieren?
00:17:26: Ich will keine Sprache verlieren die ich spreche.
00:17:28: Eine müssen sich aussuchen.
00:17:30: Das kann ich wirklich nicht, weil wenn ich eine Sprache verliere.
00:17:33: Verliere auch die Menschen mit denen ich diese Sprache spreche und es ist tatsächlich so dass sich wirklich mit sehr unterschiedlichen Menschen unterschiedliche Sprachen sprechen und alle dieser Menschen sind mir sehr wichtig.
00:17:45: also ich kann das nicht sagen.
00:17:49: Ich würde
00:17:59: sagen definitiv Bochum, weil das mein erster linker Aufenthalt war in einem deutschsprachigen Raum.
00:18:06: Schreiben oder sprechen?
00:18:08: Worin sind Sie auf Deutsch?
00:18:09: Inzwischen vielleicht besser!
00:18:11: Schreiben, auf jeden Fall.
00:18:13: Was erklärt Griechenland in einem Satz?
00:18:15: Das ist auch ganz schwierig, weil Griechinland ist so ein Land voller Kontroversen.
00:18:19: Es ist gleichzeitig Licht und Dunkelheit, rau und zart Rue und Sturm, es ist sehr schwierig.
00:18:30: Aber ich würde sagen so Griechenland ist ein bisschen wie das Meer hat ganz viele Gesichter.
00:18:35: Ein griechisches Wort, was es im Deutschen eigentlich unbedingt geben sollte?
00:18:40: Philotimo.
00:18:42: Es ist auch ein bisschen ein Klischee, aber es ist ein sehr schönes Wort.
00:18:45: Es kommt vom griechischen Philo, das heißt so Freund, Philos oder Lieben und Timon, das heisst Ehren.
00:18:56: Und es beschreibt ein bisschen.
00:18:58: gleichzeitig umfasst dieses Wort ganz viele Werte wie Ehre, Gastfreundschaft, Altruismus, Liebe.
00:19:12: Es ist so ein bisschen eine Einstellung etwas Gutes für die Gemeinschaft oder für die Menschen zu machen ohne unbedingt aus eigener Motivation und aus Morales überzeugen, ohne dafür irgendwie eine Belohnung zu
00:19:28: erhalten.".
00:19:29: Dieses Wort würde ich wahnsinnig gerne in das Deutsche integrieren!
00:19:33: Sie ist ein bisschen das Gegenteil zur eigenen Verantwortung.
00:19:36: Alles klar!
00:19:38: Letzte Frage der Elfmeterrunde, welchem Team der Weltmeisterschaft drücken sie die Daumen?
00:19:43: oder ist in den Fußball wirklich völlig egal?
00:19:46: Nein, Fußball mag ich eigentlich aber mein Sohn ist halb Italiener, halb Grieche und jetzt spielt weder Griechenland noch Italien mit... Schmerzhafter.
00:20:05: Ich würde sagen sicher, warum nicht die Schweiz?
00:20:10: Das wäre eine schöne Überraschung.
00:20:12: und ja Deutschland natürlich.
00:20:14: ich mag den Fußball denn in Deutschland gespielte Werte.
00:20:17: Ich war auch in einem Gebiet wo Fußball ganz beliebt ist also mit Bochum Dortmund Schalke.
00:20:26: Ich habe alle diese Stadien besucht.
00:20:29: Also warum auch nicht Deutschland?
00:20:33: Aber Frankreich spielt auch sehr schön.
00:20:37: Aber Sie haben kein Team, wo das Herz wirklich konnte?
00:20:39: Ich
00:20:39: weiß noch nicht!
00:20:39: Die müssen sich jetzt noch als spielen im Turnier...
00:20:42: Ja, dieses Jahr eigentlich nicht weil eben Griechenland fällt und Italien fällt Und es ist jetzt schwierig zu sagen Es
00:20:50: wäre aber Griecheland gewesen wenn sie mitgespielt hätten, oder?
00:20:55: Oder Italien aus familiären Gründen?
00:20:58: dann
00:20:59: Ich stelle jetzt die Abseitsfrage, die sind ein bisschen abstruse Und danach kommt die Nachspielzeit und dann sind wir schon fertig.
00:21:05: Also, Abseitsfrage!
00:21:07: Deutsch ist plötzlich eine Person... ...und steht morgen bei ihnen vor der Tür Koffer in der Hand und will einziehen.
00:21:14: Wie sieht dieser neue Mitbewohner aus?
00:21:16: Was nervt
00:21:17: sofort?!
00:21:18: Und worüber lacht man nach drei Wochen gemeinsam in der Küche?
00:21:22: Oh je da hab ich mich nicht vorbereitet.
00:21:30: Okay okay also jetzt Gut, ich muss das alles ausblenden falls ich unterrichte um diese Fragen zu beantworten.
00:21:40: Es gibt so ein Wort in Schweizer Hochdeutscherskreis.
00:21:43: Ich weiß nicht, gibt es auf Deutsch bündlich?
00:21:47: Nein!
00:21:48: Es ist eine Person die immer auf Regeln hinweist, die alles schrecklich findet... die jetzt irgendwie nicht gemütlich ist und nicht wirklich mal ein bisschen großzügig, um das Leben genießen kann.
00:22:03: So wurde ich glaube ich so eine Person aussehen.
00:22:07: Und vielleicht wenn sie sich dann später etwas entspannt können wir eben darüber lachen dass es sein Drama war weil die Zeitungen nicht so richtig gebündelt zum Recycling geschickt waren sind.
00:22:21: Ich finde ich wunderbar und wir gehen in die Nachspielzeit.
00:22:25: Welche Frage hätten Sie heute gerne beantwortet, die ich Ihnen aber leider nicht gestellt habe?
00:22:31: Sprich was sind die Themen, über die Sie gerne sprechen.
00:22:36: Aber ich hab sie nicht angesprochen!
00:22:38: Ich glaube, wir haben sogar über Fußball gesprochen und ja... Eine Thematik, die mir sehr wichtig ist und wozu ich noch mehr forschen möchte, ist auch diese Verbindung von Sprachnachweisen und Aufenthaltstitel.
00:22:57: Ob es ein bisschen heftig als Thematiker?
00:22:59: Vielleicht passt das auch gar nicht so... Ja also ja, ich glaube, ich wollte gerne noch über diesen relativ neuen Trend Sprachnachweise mit Aufenthaltstitel zu verbinden.
00:23:21: Diesbezüglich merke ich einen zunehmenden Missbrauch der Sprache im Kontext von Migrations- und Integrationspolitik, und auch gleich wie bei der beruflichen Integration – die Sprache ist nicht da um Integrationswilligkeit zum Essen.
00:23:42: Wir haben alle unterschiedliche Voraussetzungen Und wenn wir zum Beispiel festlegen, z.B.
00:23:50: für die Aufmerksbewilligung X braucht A-Zwei oder B-I, dann berücksichtigen wir wirklich nicht die Voraussetzungen der Einzelnenpersonen und das kann sehr ungerecht sein.
00:24:04: Frau Konstantinidou ich bedanke mich herzlich für dieses Gespräch.
00:24:08: Ich habe mich auch kurz vorgemacht.
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